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Datenschutz-Hammer
Instagram und Facebook: Lesen die Apps alles mit?

Kann Meta alles sehen und lesen, was auf den Apps von Facebook und Instagram und sämtlichen Seiten, die danach aufgerufen werden, passiert? Ein Softwareentwickler behauptet das nun. Vor allem iPhone-Nutzer seien betroffen - aber nicht nur. 

Text: W&V Redaktion

11. August 2022

Bei den Apps Facebook und Instagram ist offenbar Vorsicht geboten
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Dass die großen Konzerne wie Meta ganz wild auf die Daten ihrer User sind, ist schon lange bekannt und wird auch schon lange kritisiert. Gerade die beliebten Apps wie Instagram und Facebook machen es Meta leicht, Daten der Anwender abzugreifen. Doch in den Apps selbst können User auf vielen Wegen mitbestimmen, was sie von sich preisgeben wollen. Zudem gibt es immer mehr Software, die Tracking unterbindet und damit die Privatsphäre der User schützt .

Der Softwareentwickler Felix Krause erregte nun mit einem Blogeintrag Aufsehen, der zunächst insbesondere iPhone-Besitzer aufhorchen lassen dürfte. Denn Krause behauptet in dem Text, den er auch auf Twitter veröffentlichte, dass es Meta möglich ist, lückenlos alles mitzulesen, was User auf den Seiten tun, die sie direkt in den Apps Facebook und Instagram aufgerufen haben. Denn beide Apps verwenden einen In-App-Browser, der von Meta entwickelt wurde.

So greift Instagram ohne Zustimmung der User sensible Daten ab

Klickt man auf dem iPhone also einen externen Link an, wenn man auf Instagram unterwegs ist – etwa zu einer Produktseite, werde dieser Link nicht im eigentlich vom User genutzten Browser geöffnet, sondern im von Meta kreierten Browser. Instagram injiziere an dieser Stelle einen Tracking-Code. Das geschehe ohne die Zustimmung des Nutzers oder des Website-Hosts. Und an dieser Stelle hätte der Konzern dann umfassenden Zugriff auf alles, was der User tut. Dabei geht es laut Krause um jeden Tab und auch um Passwörter oder Kreditkarten-Daten. Instagram könne in diesem Szenario sogar mitlesen, welche Screenshots der Anwender aufnehme.

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Besonders dreist wäre daran, dass Instagram und Facebook mit diesem System ganz bewusst die Maßnahme von Apple umgehen, die iPhone-User vor Tracking schützen sollte, das sogenannte App Tracking Transparency System.

Nicht nur ein Problem für iPhone-User

Felix Krause erklärt weiter, dass er Meta vor neun Wochen mit seinen Erkenntnissen konfrontiert hat, doch das habe dem Tracking Code, der bei dem Aufrufen von externen Links sein Unwesen treibt, keinen Einhalt geboten. Auch machte Meta das Vorgehen nicht öffentlich. Also ging Felix Krause mit seinen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit.

Für Android-User heißen die Recherchen von Felix Krause übrigens nicht, dass sie beruhigt aufatmen können. "derstandard.de" hakte bei dem Wiener nach, ob das Problem wirklich nur iPhones betreffe. Daraufhin stellte er klar, dass er sich bei seinen Nachforschungen zwar auf die Produkte von Apple konzentriert hat, diese Vorgehensweise aber auch bei Android angewendet wird.

Twitter-User sind nicht überrascht

Die Reaktionen der User auf Twitter reichen von Überraschung und Empörung bis hin zu Kommentaren, welche die Aufregung nicht nachvollziehen können – weil schließlich klar sein sollte, dass Meta so arbeite. So schreibt ein User: "So funktioniert Meta. In meinen Augen der schlimmste Konzern, wenn es um Privatsphäre geht."

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Ein anderer User merkt an: "Tatsächlich absolut nicht überraschend." Vielmehr frage er sich, warum solche Methoden überhaupt möglich seien.

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In manchen Kommentaren wird dazu aufgerufen, Facebook oder Instagram zu löschen und vom Smartphone zu verbannen.

Tipps für Smartpone-Nutzer

Felix Krause betont in seinen Tweets aber auch, dass seine Recherche nicht zwangsläufig bedeutet, dass Meta all die genannten Daten wirklich ohne die Einwilligung der User abgreift und nutzt – aber er zeigt eben auf, dass es durchaus möglich ist. Allein das sollte schon für Proteste bei den Usern sorgen.

Doch man sei den Machenschaften von Meta auch an dieser Stelle nicht hilflos ausgeliefert. Felix Krause weist darauf hin, dass man in den Apps Instagram, Facebook sowie dem Messenger ganz bewusst den Safari-Browser wählen kann, um externe Links zu öffnen.

Update: Stellungnahme von Meta

Einige Stunden nach der Veröffentlichung dieses Artikels erreichte unsere Redaktion die offizielle Stellungnahme von Meta: "Diese Behauptungen sind falsch und stellen die Funktionsweise von Metas In-App-Browser und Pixel falsch dar. Wir haben diesen Code entwickelt, um die Entscheidungen der Nutzerinnen und Nutzer zur App-Tracking-Transparenz zu respektieren," so eine Meta-Sprecherin zu W&V. Felix Krause war für ein Statement vorerst nicht zu erreichen.


Autor: Hannah Klaiber

Hannah Klaiber führt seit 2011 die Schmier & Fink UG in München und Berlin, die seit jeher auf das "Star Wars"-Motto setzt: "Do… or do not. There is no try." Bevor sie sich mit ihrer Redaktionsagentur den größten beruflichen Traum erfüllt hat, tobte sie sich unter anderem als Head of Entertainment Department beim Condé Nast-Verlag aus. Dafür, dass es auch in ihrer Freizeit nie langweilig wird, sorgen ihre zwei Hunde Lumi und Averell genauso wie ihre Arbeit als ehrenamtliche Sanitäterin.

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