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Gefährlicher TikTok-Trend
"Kia Challenge" treibt Zahl der Autodiebstähle in die Höhe

Auf TikTok und Youtube zeigen User, wie sie Kia- und Hyundai-Modelle mithilfe eines USB-Kabels kurzschließen. Ein Trend, der genauso kriminell wie gefährlich ist.

Text: W&V Redaktion

4. August 2022

Immer mehr gestohlene Kia-Modelle werden in den USA absichtlich zu Schrott gefahren.
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In den sozialen Netzwerken machen immer mehr Clips die Runde, in denen zu sehen ist, wie einfach sich manche Kia- und Hyundai-Modelle kurzschließen lassen. Um die Autos zu starten, braucht es nämlich nichts weiter als ein normales USB-Ladekabel. Diebe müssen lediglich eine Abdeckung im Bereich des Lenkrads entfernen, um mithilfe des USB-Kabels die Zündung zu aktivieren. Vor allem für die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge – Kia-Autos, die 2011 bis 2021 hergestellt wurden sowie Hyundai-Modelle, die in dem Zeitraum von 2015 bis 2021 produziert wurden – eine durchaus spannende Tatsache.

"Kia Challenge": Autos werden absichtlich zu Schrott gefahren

Doch leider bleibt es auf TikTok und Youtube nicht bei der Aufklärung. Im Gegenteil: Mit der "Kia Challenge" ging der Aufruf viral, möglichst viele Kia- und Hyundai-Autos zu stehlen. Die zum Großteil minderjährigen Autodiebe, die sich selbst als "Kia Boys" bezeichnen, schließen die Autos mit einem USB-Kabel kurz und filmen sich bei gefährlichen Spritztouren oder zeichnen auf, wie sie die Fahrzeuge absichtlich zu Schrott fahren.

Autodiebstähle steigen um 2500 Prozent

In Milwaukee, der größten Stadt im US-amerikanischen Bundesstaat Wisconsin, wo der Trend begonnen hat, machen die Diebstähle von Hyundai- und Kia-Modellen 66 Prozent aller Autodiebstähle aus, berichtet "CarBuzz". Demnach sei die Zahl aller Autodiebstähle dort im Vergleich zum Vorjahr um 2500 Prozent angestiegen.

Auch die Polizeibehörde in St. Petersburg, Florida, warnt vor "einem ungewöhnlichen Trend" in Bezug auf Autodiebstähle, die im Zusammenhang mit Social Media-Posts stehen. "Seit dem 11. Juli waren 23 von 56 gestohlenen Autos Kia/Hyundai-Modelle mit dem Baujahr 2021 und älter, die Schlüssel zum Starten verwenden", heißt es in einem Tweet der Behörde, die alle Besitzer dazu aufruft, ihre Autos stets gewissenhaft abzusperren.

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Laut den Ermittlern in St. Petersburg sind die Autodiebe zum Großteil zwischen 14 und 17 Jahre alt.

Die Fahrten werden immer riskanter

Wie unter anderem der "Insider" berichtet, kommen durch die "Kia Challenge" immer öfter auch Menschen zu Schaden, weil die Diebe bei ihren waghalsigen Spritztouren viele – zum Teil tödliche – Unfälle verursachen. Im Juli starben in Columbus, Ohio, zwei 14-jährige Teenager in einem gestohlenen Kia-Fahrzeug. Der Fahrer hatte bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über das Fahrzeug verloren, das frontal in einen Supermarkt raste. Die Polizeichefin von Columbus, Elaine Bryant, sagte dazu auf einer Pressekonferenz: "Wir müssen als Gesellschaft etwas tun. Wir müssen als Gemeinschaft etwas tun, um gegen den Diebstahl von Fahrzeugen durch unsere Kinder vorzugehen."

"Kia-Fahrzeuge entsprechen den Bundessicherheitsstandards"

Im Hause Kia America ist man sich über die Schwachstelle der Fahrzeuge bewusst. Gegenüber "Autoblog" äußerte sich ein Sprecher von Kia America: "Kia America weiß von der Zunahme von Fahrzeugdiebstählen einer Untergruppe von Ausstattungsvarianten. Alle 2022-Modelle und -Ausstattungen haben eine Wegfahrsperre, die entweder zu Beginn des Modelljahres oder als laufender Wechsel angewendet wird. Alle in den USA zum Verkauf stehenden Kia-Fahrzeuge entsprechen den oder übertreffen die Bundessicherheitsstandards für Kraftfahrzeuge."


Autor: Hannah Klaiber

Hannah Klaiber führt seit 2011 die Schmier & Fink UG in München und Berlin, die seit jeher auf das "Star Wars"-Motto setzt: "Do… or do not. There is no try." Bevor sie sich mit ihrer Redaktionsagentur den größten beruflichen Traum erfüllt hat, tobte sie sich unter anderem als Head of Entertainment Department beim Condé Nast-Verlag aus. Dafür, dass es auch in ihrer Freizeit nie langweilig wird, sorgen ihre zwei Hunde Lumi und Averell genauso wie ihre Arbeit als ehrenamtliche Sanitäterin.

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