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Akquise
Accenture schließt Übernahme von Kolle Rebbe ab

Mit Einverleibung der inhabergeführten Agentur will Accenture Interactive seinen Kunden künftig durchgängige Markenerlebnisse bieten. Fraglich ist, wie der Austausch der Kulturen funktioniert.

Text: W&V Redaktion

30. November 2018

Ende einer Ära: Kolle Rebbe ist verkauft.
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Noch immer das Thema des Jahres: Accenture wollte Kolle Rebbe übernehmen, jetzt ist die Übernahme abgeschlossen, wie die Consulting-Firma mitteilt. Die Hamburger Agentur wird künftig Teil von Accenture Interactive sein.

Die Digitalagentur soll so integrierte Markenerlebnisse für Kunden in Deutschland und darüber hinaus bieten können, Kolle Rebbe erweitert im Gegenzug Richtung Consulting und Digitalisierung. Außerdem verspricht man sich einen anderen Zugang zu Unternehmen - etwa auf C-Level. Accenture hatte die Akquise am 2. November angekündigt. Finanzielle Einzelheiten der Transaktion wurden nicht bekannt.

Die 1994 gegründete Agentur Kolle Rebbe betreut Kunden aus unterschiedlichen Branchen mit integrierten Kommunikationslösungen, darunter sind Marken wie Audi, Dazn, Netflix und TUI Cruises.

Kolle Rebbe ist auch unternehmerisch mit eigenen Startups tätig. Laut  W&V-Ranking ist Kolle Rebbe derzeit die siebtgrößte unabhängige Agentur in Deutschland (32,45 Millionen Euro Gross Income), sie machte aber 2017 fast sieben Prozent weniger Umsatz. 2018 sehe die Bilanz schon ganz anders aus, sagt die Agentur. Der Beweis steht noch aus. Die Agentur beschäftigt an ihrem Hamburger Stammsitz rund 300 Mitarbeiter.

Clash der Kulturen?

"Mit Kolle Rebbe erweitern wir unser Team um kreative Kompetenz, die unseren Ruf als Experience Agency weiter stärkt", sagt Matthias Schrader, der Accenture Interactive im deutschsprachigen Raum leitet. "Gemeinsam sind wir nun in der Lage, das ganze Spektrum rund um das Markenerlebnis abzudecken, von der Aktivierung in traditionellen Medien bis zur gezielten Ansprache über Programmatic Advertising sowie personalisierten Content und E-Commerce." 

Diskutiert wurde zuletzt immer wieder, ob die Kulturen der beiden Firmen zusammenpassen. Unternehmensberater und Kreative stehen sich misstrauisch gegenüber. Die Kollaboration bei gleichzeitiger Beibehaltung der Kulturen wird sicher die größte Herausforderung dieses Zusammengehens. Die Agentur Kolle Rebbe will wie Sinner Schrader den eigenen Firmennamen behalten.

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