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Paravicini kandidiert für Sprecher-Amt
ADC-Wahlen: Stephan Vogel tritt nicht mehr an

Nach sechs Jahren tritt Stephan Vogel nicht mehr als Sprecher des ADC-Präsidiums an. Einziger Kandidat für die Wahlen am 18. Oktober ist der Mutabor-Chef Heinrich Paravicini.

Text: W&V Redaktion

2. Oktober 2018

"Als ich das Amt 2012 erstmals übernommen hatte, war der ADC voller Spannungen", sagt Stephan Vogel rückblickend.
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Wenn am 18. Oktober die ADC-Mitglieder ein neuen Sprecher wählen, so steht Stephan Vogel nicht mehr zur Verfügung. Sechs Jahre lang übte der Kreativchef von Ogilvy Deutschland das nicht immer einfache Amt aus. Jetzt zieht er einen Schlussstrich. Neuer Kandidat für das Amt ist Heinrich Paravicini. Der Cogründer und Geschäftsführer der Design- und Brand-Experience-Agentur Mutabor ist der einzige Name auf der Wahlliste.

Öffnung des ADC vorangetrieben

Als Stephan Vogel 2012 erstmals kandidierte, hatte er einen 5-Punkte-Plan vorgelegt. Einer betraf die "Selbstzerfleischung" der Branche. In der Tat war es lange gang und gäbe, dass sich Mitglieder öffentlich beharkten. Was nicht gerade imagefördernd war. Zudem sorgten derlei Beschimpfungen für anhaltende Spannungen im ADC selbst. Das ist weitgehend passé. Weiter vorangetrieben wurde auch die Öffnung des ADC für Kreative jenseits der Werbung, so für Spezialisten für Editorial, Design oder auch Kommunikation im Raum. Ohne Probleme auch realisierte der Club das eigene Kreativranking, ein weiterer Vorsatz Vogels. Die Ergebnisse der laut ADC wichtigsten Wettbewerbe werden regelmäßig eingepflegt und das Ranking aktualisiert. Das schon. Aber wenn es um den PR-Effekt geht, spielt das Ranking eine weitaus geringere Rolle als die Hitlisten der Fachpresse. Dafür ist es rundum gelungen, den Club auf finanziell gesunde Beine zu stellen und breiter im Land zu verankern. Glaubt man Vogel, so schreibt der ADC seit Jahren deutlich schwarz. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall.

Jetzt soll also Heinrich Paravicini die richtigen Impulse geben, um den Club weiter nach vorne zu bringen. Dass er dazu in der Lage ist, beweist nicht zuletzt die ADC Design Experience. Das Format ist seine Idee. Ein positives Signal ist es zudem, dass eben kein typischer Werber an der Spitze des Kreativclubs stehen soll. Dass Paravicini und sein Partner Johannes Plass zudem erfolgreiche Unternehmer sind, die mit ihrer Agentur mehr als nur State of the Art anbieten, dürfte ebenfalls viele der ADC-Mitglieder positiv stimmen.

Heinrich Paravicini.

Die Bedeutung von Kreativität

Und Stephan Vogel? Er wird als Mitglied des Präsidiums eines seiner favorisierten Themen nachgehen: Wie der Club Marketern vermitteln kann, wie wichtig Kreativität ist. Und zwar nicht nur, wenn es um Kommunikation geht. Genau das war auch Thema des ADC-Kongresses und Motto des Wettbewerbes im Vorjahr: "Disrupting Deutschland – Creativity beats Technology". Vogel dazu im W&V-Doppelinterview mit Frank Thelen: "Wer Kreativität nur nutzt, um sein Produkt via Kommunikation zu differenzieren, bleibt me too. Wir müssen mit Kreativität schon eine Differenzierung im Produkt erreichen. Es geht nicht mehr darum, reinzupacken, was technisch möglich ist. Es geht darum, Technologie zu schaffen, die versteht, wie Menschen sie nutzen wollen." Eine ehrenwerte und lohnende Aufgabe für den ADC. "An diesem Thema will ich dranbeliben", so Vogel. Wie? Vielleicht mit einer Plattform, auf der sich alle Stakeholder und die Medien austauschen. 

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