Anzeige

Carl Nann
Agenturmarke FCB verschwindet aus Deutschland

Zwei Jahre nach dem Management-Buyout kündigen Christoph Nann und Michael Carl das Affiliate-Agreement mit dem FCB-Network. Ab sofort firmiert die Agentur aus der Hafencity unter dem Namen Carl Nann.

Text: W&V Redaktion

24. Juni 2020

Michael Carl (l.) und Christoph Nann halten zusammen sämtliche Anteile an der Agentur.
Anzeige

Aus FCB Hamburg wird mit sofortiger Wirkung Carl Nann. Ein Grund für die Umbenennung zum jetzigen Zeitpunkt: Nach dem Aus für die langjährige, globale Partnerschaft zwischen FCB und Beiersdorf im vergangenen Jahr, hätte eine dauerhafte Fortführung der (Namens-)Vereinbarung nur begrenzt Sinn ergeben.

Über 100 Jahre waren FCB und Beiersdorf ein unzertrennliches Tandem. Jetzt packen Christoph Nann und Michael Carl die Gelegenheit beim Schopf, sich zwei Jahre nach dem Management-Buyout endgültig vom Network zu emanzipieren. Die 40-köpfige Agentur aus der Hafencity hat zuletzt Kunden wie die Hamburger Hochbahn, Hochland Käse (inklusive Marke Grünländer) und den Regionalvermarkter IDM Südtirol gewonnen. Alle drei Etats haben sich die Hamburger nach einem Pitch gesichert. Da wird es Zeit, den Status einer inhabergeführten Agentur nun auch endlich namentlich nach außen zu transportieren. Im Vorfeld haben die Inhaber ihre Belegschaft zu einem Wettbewerb um den besten Agenturnamen aufgerufen.

Die neue, integrierte Südtirol-Kampagne wurde in Rekordzeit auf die Beine gestellt und läuft seit Ende April in Deutschland, Italien, der Schweiz und Österreich. Zu den weiteren Kunden der Agentur zählen unter anderem die Food-Marken Kölln und Schwartau.

An der Zusammenarbeit mit einzelnen FCB-Offices will Kreativchef Nann aber dennoch auch in Zukunft festhalten: "Dafür kennen wir uns schon viel zu lange und wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können." Außerdem möchte er Beiersdorf gerne als Projektkunden behalten. Die aktuelle Nivea-TV-Kampagne "Mehr Miteinander" mit Olivia Jones ist ebenfalls von Carl Nann.

"Ich bin davon überzeugt, dass in diesen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten die Stunde der Inhaberagenturen schlägt", gibt sich Nann optimistisch.


Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

Anzeige