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GPRA-Präsidentin
Christiane Schulz verlässt Weber Shandwick

Weber-Shandwick-CEO Christiane Schulz sah in ihrem Network offenbar keine Perspektive mehr. Jetzt will sie etwas völlig Neues machen. GPRA-Präsidentin darf sie aber bleiben.

Text: W&V Redaktion

24. April 2019

Christiane Schulz kann Präsidentin der GPRA bleiben, obwohl sie Weber Shandwick verlässt.
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Nach sechs Jahren bei Weber Shandwick zieht Christiane Schulz einen Schlussstrich. Die Chefin der PR-Agentur will sich als CEO und Mitglied im EMEA Strategy Board zurückziehen und sie bestätigt das auch. "Ich bin jetzt 20 Jahre im Networkgschäft." Vor Weber Shandwick war Schulz bei Ketchum Pleon angestellt und war als Global Partner Mitglied im Executive Board; auch den Berliner Standort hat sie geführt.

Wie das PR-Journal schreibt, hört sie schon in zwei Tagen auf.

Präsidentin der Gesellschaft Public Relations Agenturen GPRA kann sie indes bleiben. Dafür hatte sie eigens zeitnah einen so genannten Vorratsbeschlusses bei der letzten Mitgliederversammlung des Verbands angeregt, der eine/n gewählte/n Präsidentin/en im Amt belässt, selbst wenn der oder die ihre Agentur verlässt. So will der Verband einen geregelten Übergang garantieren. Die nächsten Wahlen sind 2020.

PR-Networks kommen an ihre Grenzen

Über die Gründe der Trennung lässt sich nur spekulieren. Christiane Schulz geht, wie sie sagt, "wenn es am schönsten ist". Weber Shandwick sei in ihrer Zeit um 50 Prozent gewachsen. Offenbar sind damit aber die Grenzen des Wachstums bereits erreicht - jedenfalls in Deutschland.

Als Schulz die Agentur 2013 übernahm erwirtschaftete sie laut PR-Journal mit 113 Mitarbeitern einen Honorarumsatz von 14,50 Mio. Euro. Im Jahr 2017 lag er schon bei über 20 Mio. Euro.

Es ist kein Geheimnis, dass PR-Networks unter Druck stehen. Als integrierte Full-Serviceanbieter fehlt ihnen das Profil, um im Markt zu bestehen. Gleichzeitig sind sie als börsennotierte Gebilde zur kurzfristigen Gewinnmaximierung verdammt. Noch funktioniert das Geschäftsmodell des "Mehr von allem", wie es Matthias Schrader, Chef von Accenture Interactive, im Top 5 Club einmal so treffend gesagt hat.

Die Zukunft ist offen

Über kurz oder lang aber müssten sich auch Networks auf bestimmte Services, ein bestimmtes Leistungs- oder Kundenportfolio, gar gewisse Marken fokussieren und dafür zum Teil sicher auch kleiner werden. Dazu fehlt den meisten aber der Mut. Vielleicht hat Schulz Veränderungen in dieser Hinsicht auch bei Weber Shandwick angestoßen, damit aber nichts erreicht.

Was Christiane Schulz jetzt vorhat, lässt sie offen. Zunächst einmal will sie eine Pause machen, als Präsidentin der GPRA aber weiterhin engagiert sein. Über ihre Nachfolge ist nichts bekannt.

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