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Offener Brief an Tschentscher
"Das ist Ihr Helmut-Schmidt-Moment"

Sinner Schrader-CEO Matthias Schrader hat einen Brief an Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher verfasst. Um mit der Corona-Pandemie fertig zu werden, fordert er von ihm beherztes Krisenmanagement.

Text: W&V Redaktion

17. März 2020

Sinner Schrader-CEO Matthias Schrader fordert Hamburg-OB Peter Tschentscher zu schnellem Handeln auf.
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Sinner Schrader-Chef und Lead Accenture Interactive DACH Matthias Schrader hat sich mit einem offenen Brief an Hamburgs ersten Bürgermeister Peter Tschentscher gewandt. Darin legt er seine Unsicherheit als Firmenchef in Zeiten der Corona-Krise dar - aber fordert auch ganz klar schnelles Handeln.

Dazu stellt er einen Vergleich mit der Flutkatastrophe von 1962 auf: "Ich bin in Hamburg geboren und aufgewachsen und das Glück meiner Generation ist, dass wir keine Kriege und Katastrophen miterlebt haben. In meiner Kindheit war die Erzählung über die große Sturmflut von 1962 mit über 340 Toten in unserer Stadt am lebendigsten. Dass die Flut nicht mehr Opfer forderte, sei vor allem einem beherzten Krisenmanagement der damaligen Politiker zu verdanken gewesen. Dazu gehörte damals auch, die bestehende Gesetzeslage zu dehnen."

"Ein lebensgefährlicher Trugschluss"

In dem Schreiben legt der Digital-Experte des Weiteren dar, dass auch seine Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten würden. Seiner Ansicht nach reiche dies aber nicht aus, um die Gefahrenlage einzudämmen. Dazu findet er klare Worte: "Wenn man sich allerdings mit den Daten beschäftigt, ist das ein lebensgefährlicher Trugschluss. Auf der Grundlage chinesischer Daten können wir abschätzen, dass etwa 6% aller Covid-19-Fälle Intensivmedizin benötigen, um zu überleben." In diesem Zuge macht er zudem auf die Ausmaße aufmerksam, die der Virus allein in Hamburg anrichten könnte - 1,2 Millionen Menschen würden sich in den kommenden 24 Monaten infizieren.

"Das Wichtigste bei einem Virusausbruch ist, schnell zu handeln"

"China hat uns gezeigt, wie Eindämmung effektiv funktioniert", schreibt er und räumt gleichzeitig ein, dass dort natürlich drastische Maßnahmen angewendet worden seien. Norditalien hätte uns aber gezeigt, was passiert, wenn zu spät gehandelt wird. Er fordert: "Lieber Peter Tschentscher, es gibt die Daten, es gibt die Rezepte. Das Wichtigste bei einem Virusausbruch ist, schnell zu handeln - auch wenn man noch nicht letzte Gewissheit hat. Das ist Ihr Helmut-Schmidt-Moment: Unternehmen Sie das, was nach allen Daten, die wir heute haben, effektiv zum Erfolg führt. Unorthodox, schnell und entschieden."

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Autor: Alessa Kästner

ist Absolventin der Burda Journalistenschule und volontierte beim Playboy. Die gebürtige Münchnerin schrieb für Magazine wie ELLE, Focus oder Freundin und schnupperte im Anschluss noch ein wenig Agenturluft bei Fischer Appelt. Ihre Kernthemen als W&V-Redakteurin: Digital Lifestyle, New Work und Social Media.

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