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Pfeffers PR-Ranking
Das sind die größten PR-Agenturen

Die Ergebnisse des jüngsten PR-Agenturrankings stehen fest. An der Spitze ändert sich nichts: MC Group vor Fischer-Appelt. Beunruhigend ist nur ein Trend: Das Wachstum verlangsamt sich.

Text: W&V Redaktion

25. April 2019

Sabine Hückmann hat mit Ketchum alle Hände voll zu tun.
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Trend nach unten? Deutschlands PR-Agenturen sind im vergangenen Jahr langsamer gewachsen als noch im Vorjahr nach Honorar. Ein Plus von 4,9 Prozent weist das Pfeffersche Ranking für 2018 aus. Im Vorjahr waren es noch fast acht Prozent. Bei den Mitarbeitern deutet die Entwicklung dagegen nach oben (plus 3,2 Prozent). Initiator des Rankings ist Gerhard Pfeffer, Herausgeber des PR-Journals.

In die Top 3 schaffen es wie im Vorjahr schon die McGroup, Fischer-Appelt und Ketchum, obwohl insbesondere Ketchum deutlich verliert. Die Agenturgruppe, einst der Marktführer in Deutschland, hat 2018 Etats und Mitarbeiter verloren.

Verlierer Ketchum, Gewinner BCW

Ketchum hatte zum 1. Januar 2019 das Büro in Berlin geschlossen. Von der Entscheidung betroffen waren knapp 20 Mitarbeiter. Auch an den Standorten München, Frankfurt und Düsseldorf kam es zu Personalabbau. CEO Sabine Hückmann übernahm die Agentur im Frühjahr 2018 von der glücklosen Victoria Wagner. Bislang ist es Hückmann nicht gelungen, das Geschäft anzukurbeln.

In den Top 10 legt besonders BCW Burson Cohn Wolfe zu, die 2018 fusionierten. Hier sind alle 138 gelisteten PR-Agenturen.

Warum aber wachsen die Agenturen so langsam? Das Ergebnis sei der wirtschaftlichen Gesamtsituation geschuldet, sagt Christiane Schulz, Präsidentin der Gesellschaft für Public Relations Agenturen GPRA. Handelskriege, Brexit, politische Krisen. "Davon können auch wir uns nicht abkoppeln."

Insgesamt aber dürften die Agenturen zufrieden sein. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung, so die GPRA, sei das Wachstum ein sehr gutes Ergebnis, wo doch der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA zuletzt eine Steigerung von lediglich 0,56 Prozent für seine Mitglieder gemeldet hatte.

Besonders Spezialisten überzeugen

"Die PR hat in den vergangenen Jahren maßgeblich von der Digitalisierung, der veränderten Mediennutzung sowie dem kontinuierlich zunehmenden Wandel im Allgemeinen profitiert. Wir bieten als Branche Leistungen an, die auch in einem schwierigeren ökonomischen Umfeld gefragt sind, und das spiegelt sich im Wachstum," sagt Christiane Schulz.

So erhält Corporate Communication eine immer wichtigere strategische Rolle für Unternehmen in den Bereichen Integriertes Reputations- und Risikomanagements, Change Management sowie Employer Branding. Letzteres Bereiche, die geradezu boomen. Bei Marketing Communication wächst die Nachfrage nach der direkten Verknüpfung von Content zum Abverkauf, PR wird so messbar. Auch Targeting und somit Paid Media spielen eine wichtige Rolle in der PR.

Unter Druck dagegen stehen insbesondere Networks. Als integrierte Full-Service-Anbieter fehlt vielen das Profil, um im Markt zu bestehen. Gleichzeitig sind sie als börsennotierte Gebilde zur kurzfristigen Gewinnmaximierung verdammt. Über kurz oder lang aber müssten sich die Networks auf bestimmte Services, ein bestimmtes Leistungs- oder Kundenportfolio fokussieren.

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Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.

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