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S4-Gründer Martin Sorrell
"Daten zerstören Kreativität nicht"

Ex-WPP-Chef Martin Sorrell erklärt im Interview mit Business Insider, warum Kreativität im Agenturgeschäft nach wie vor eine Rolle spielt und warum er in Sachen Data auf Nielsen hofft.

Text: Anonymous User

28. Dezember 2018

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"Sie leben noch im 19. Jahrhundert, wenn Sie Kreativität so definieren wie Don Draper". So antwortet Ex-WPP-Chef Martin Sorrell auf die Frage, ob Kreativagenturen aussterben werden. Doch die Definition von Kreativität würde sich verschieben, so Sorrell. "Glauben Sie es oder nicht, aber auch Datenanalysten können kreativ sein. Leute, die digital machen, können kreativ sein. Daten zerstören Kreativität nicht, sondern erweitern sie, stützen sie mit Informationen und machen sie effizienter", so die Werbeikone im Interview mit Business Insider.

Mit seiner neuen Firma S4 will Sorrell Kunden bedienen, die ihre First-Party-Daten im Fokus haben und davon ableiten, was sie inhaltlich und in Sachen Media-Planung und -Einkauf machen wollen. Die Forderung der Kunden nach Agenturen, die diese Strategie unterstützen, habe man gehört. Jetzt müsse S4 aber beweisen, dass die Kombination aus Daten, Content und Inhalt effizient funktioniere und dass S4 korrekt analysiert habe, was Kunden wollen, ist sich der Agenturgründer bewusst.

Das Mantra würde lauten: Mache es schneller, besser, billiger und effizienter. Nach den Übernahmen von MediaMonks und MightyHive durch S4 sieht sich Sorrell für die Zukunft ganz gut aufgestellt. Lücken gebe es maximal noch in Sachen Content und First-Party-Data. Doch sei es schwierig und sehr teuer, dort gute Übernahmekandidaten zu finden. "Im Datenbereich gibt es viel, was ich gerne hätte, aber das Pricing ist hart", so der Ex-WPP-Chef.

Mit den Daten, wie sie klassische Marktforscher liefern, ist Sorrell - ähnlich wie andere Agenturchefs auch - nicht zufrieden. "Comscore ist eine Tragödie", so der Werber. "Zu meiner Zeit bei WPP investierten wir selbst in Comscore und sie hatten massive Möglichkeiten. Aber ich war sehr enttäuscht, wie sie damit umgingen", so Sorell. Seine neue Hoffnung liegt jetzt auf Nielsen. Der neue CEO David Kenny könne die Dinge anders angehen, sagt der S4-Chef. Aber noch sei es zu früh, das zu beurteilen.

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