Anzeige

Neuordnung
DDB kommt nach München - Niedzballa geht

Alexander Schlaubitz, Geschäftsführer der DDB-Gruppe, baut um. Teile von Heye und Salt Works werden zu DDB München. Die Geschäfte führt künftig Peter Johannes, Chef von Salt Works. Mark Niedzballa hat was Neues.

Text: W&V Redaktion

1. März 2021

Mark Niedzballa fängt was Neues an.
Anzeige

Die DDB-Gruppe stellt sich in München neu auf. Bislang war die Agenturmarke in der bayerischen Landeshauptstadt über die DDB-Töchter Heye (Kreation) und Salt Works (PR) vertreten, die weitgehend selbstständig agierten. Jetzt will Holding-Chef Alexander Schlaubitz eine Dependance in München eröffnen; in sie werden Teile von Heye und Salt Works integriert. Strategie, Kreation und Digital-Expertise werden zusätzlich ausgebaut; hinzu kommt ein Newsroom mit Content-Studio.

Peter Johannes, seit 14 Jahren Chef von Salt Works in München und ihrer Vorgängerfirmen, übernimmt die Leitung der zusammengelegten Agentur anstelle von Mark Niedzballa, der Heye nach sieben Jahren verlässt. Niedzballa war W&V-Informationen zufolge nicht bereit, sich vom Network DDB in seiner unternehmerischen Bewegungsfreiheit weiter einschränken zu lassen. Er soll bereits einen neuen Job haben, war für eine Stellungnahme aber nicht erreichbar.

Neue Arbeitsteilung

Gleichzeitig bleiben die Agenturmarken Heye und Salt Works aber erhalten. Salt Works Berlin soll den Fokus wieder auf Sportmarkeing und Branded Entertainment legen; die Mandate für PR und Social Media bleiben bestehen. Heye wird sich neben der klassischen Kommunikation für den Mittelstand mehr um Employer Branding kümmern.

"In der alten Denke wurden langfristiges Campaigning und eher tagesaktuell ausgerichtete Kommunikation viel zu oft als Gegensätze empfunden, die von sehr unterschiedlichen Talenten nach sehr unterschiedlichen Workflows erarbeitet wurden. Unter dem Dach von DDB München vereinen wir jetzt beide Welten – für ein konsistentes Marketing der zwei Geschwindigkeiten, das Unterschiede respektiert und Synergien schafft", sagt Schlaubitz.

Alles wird neu

Alexander Schlaubitz ist seit knapp einem Jahr Chef der DDB-Holding Lemon Group Services, zu der neben DDB, Heye und Salt Works zum Beispiel auch die Digital-Agentur Track in Hamburg gehört. Er baut die Gruppe seitdem massiv um, besetzt wichtige Schlüsselpositionen neu. So übernimmt, wie Schlaubitz vor wenigen Tagen meldete, die Agentur-Managerin Christina Antes ab Mai den Posten als Chief Marketing & Growth Officer bei der Lemon Group. Sie komplettiert das Führungstrio um CEO Alexander Schlaubitz und CCO Diana Sukopp.

Schlaubitz treibt die Integration aller zu Lemon gehörigen Agenturen in Deutschland voran. Sein Ziel: Er will Key Accounts und potenziellen Neukunden einen schnelleren Zugang zum gesamten Leistungsspektrum der Gruppe verschaffen und dafür maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Dafür braucht es keine starken Standortleiter:innen mehr. Dieser Logik folgt nun auch der Umbau in München.

Stille an der Blumenstraße

Heye hat ein pandemiebedingt schwieriges Jahr hinter sich. 2020 sank der Umsatz um 17 Prozent. Derzeit arbeiten noch knapp 90 Leute für die Agentur mit Kunden wie McDonald's (Prepress, Produktion), BMW (Employer Branding), Nestlé, Duales System, Bosch. Viele Kunden betreut man mit Salt Works gemeinsam mit Kampagnen, die sowohl klassische Brand- und Image-Kampagnen umfassen wie auch Corporate Communications, Live-Marketing, Social Media und PR.

Mark Niedzballa hatte die Agentur nach Verlust des McDonald's-Etat (Klassik) vor einigen Jahren in ruhige Fahrwasser geführt, das Management neu aufgestellt, die Belegschaft verjüngt. Vom BMW-Etat, der der Unit Grid oblag, blieb nach den zwei jüngsten Ausschreibungen (Marketing- und Produktkommunikation) wenig übrig. Auch Google hat sein werbliches Engagement um das Smartphone Pixel zurückgefahren. Dafür konnten sie in der Blumenstraße die Kunden Eon gewinnen und Iqos, den Tabakerhitzer aus dem Hause Philip Morris.

Thomas Diekmann, Ex-Kompagnon von Niedzballa, hat Heye bereits 2020 den Rücken gekehrt und zwar aus privaten Gründen. Er will sich dieses Jahr noch selbstständig machen.


Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt, in Beratung, Strategie und Kreation. Besonders innovative Agenturmodelle haben es ihm angetan. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine. Vielleicht ist er deshalb auch Diversity-Beauftragter der SWMH geworden, der die W&V angehört.

Anzeige