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Entwicklung bei Digitalagenturen
Der Mittelstand setzt auf Spezialagenturen

Im Zuge der Akquisitionswelle unter den Digitalagenturen wird viel darüber diskutiert, wie sich die Häuser zukunftsfähig aufstellen. Oliver Zils plädiert für eine stärkere Spezialisierung.

Text: W&V Redaktion

6. Februar 2019

Oliver Zils ist Geschäftsführer von Logic Joe in Hamburg.
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Oliver Zils ist Geschäftsführer der 21Torr-Tochter Logic Joe in Hamburg. Der W&V-Beitrag "Kampf der Digitalagenturen: Wie sich der Markt neu sortiert"  hat ihn zu nachfolgendem Gastbeitrag veranlasst.

Von Oliver Zils

Es ist nachvollziehbar und wurde vielfach diskutiert, warum Digitalagenturen aktuell ein begehrtes Akquisitionsziel sind: Im Zeitalter der digitalen Transformation hat die Bedeutung des Marketings massiv zugenommen und bevor große Beratungshäuser sich lange mit dem Aufbau eigenen Know-hows aufhalten, wird einfach schnell hinzugekauft. Doch gerade die Kernpunkte dieser Argumentation wie Service Design und Kundenorientierung sind gleichzeitig auch die Eckpfeiler für eine gegenteilige Entwicklung im Agenturmarkt: Die Spezialisierung!

Entscheidet sich eine Agentur für diesen Weg und richtet den Fokus konsequent auf ihre ureigene Kernkompetenz, so kann das die Basis für dauerhafte Spitzenleistungen in einem sich sehr dynamischen entwickelnden Markt sein.

Denn gerade mittelständische Unternehmen sind sich sehr wohl bewusst, dass sie selbst nicht die Größe haben, um bei großen Beratungshäusern, die jene vielzitierten End-to-End Lösungen anbieten, als Kunde die erste Geige zu spielen. Doch wer sitzt als Kunde schon gerne in der zweiten oder dritten Reihe, bezahlt aber den großen Namen? Der Mittelstand – Rückgrat der deutschen Wirtschaft und nicht selten Weltmarktführer in einem sehr speziellen Branchenspektrum – natürlich ungern.

Hier punkten Agenturen, die sich spezialisiert haben. Sei es auf leicht nachvollziehbare Spezialgebiete wie SEO/SEA oder Content Marketing oder auch auf die Umsetzung von Digitale Experience-Plattformen, wo spezielles Know-how und Erfahrung mit einer bestimmten Technologie oder bestimmten Systemen unabdingbar ist. Die Mechanik „Beratungshaus X baut schnell eine Spezial Unit für Kunde Y auf“ funktioniert ja nur, wenn Know-how zugekauft wird. Und ob diese diversen Know-how-Units dann immer so nahtlos ineinandergreifen wie behauptet wird, darf zumindest bezweifelt werden.

Mit belastbarer, nachvollziehbarer Spezialisierung kann man sich als Agentur nicht nur profilieren und differenzieren, sondern besetzt idealerweise auch eine Nische, die so speziell ist, dass man sie auch nicht mal eben nachbauen kann. Mit der Ausgründung von Logic Joe aus 21Torr sind wir diesen Weg gegangen. Die Reaktionen aus dem Markt und die unserer Kunden bestätigten uns. Gerade der deutsche Mittelstand braucht und setzt auf Spezialisten.

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