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Branchen-Umfrage
Die kleinen Agenturen müssen kämpfen

Das Schlimmste scheint für die Agenturen vorbei zu sein. Das Geschäft zieht wieder an. Doch vor allem kleine Häuser kämpfen wirtschaftlich ums Überleben. So die Ergebnisse der aktuellen Agenturcamp-Umfrage.

Text: W&V Redaktion

6. Oktober 2020

Das Agentur-Geschäft zieht wieder an.
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Grundsätzlich stellt sich die Situation für viele Agenturen aktuell etwas besser dar als noch vor 5 Monaten. Damals befragte das Agenturcamp Agenturen zum ersten Mal zu den Folgen der Pandemie. Die Ergebnisse waren teils erschütternd. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartete damals einen Umsatzeinbruch von bis zu 50 Prozent.

Mittlerweile scheint sich die Ausgangssituation für viele verbessert zu haben. Das Geschäft zieht offenbar wieder an. Aber gleichzeitig ist die Spreizung sehr groß. Auf der einen Seite stieg der Anteil der Firmen, die den Umsatz stabil halten oder ausbauen konnten. Gleichzeitig leiden vor allem kleinere Agenturen unter massiven, teils auch existenzbedrohenden Einbußen. Unabhängig von der fachlichen Ausrichtung. So gäbe es auch Digitalagenturen, die ums Überleben kämpften, sagt Agenturcamp-Chef Hans-Gerhard Kühn, und nach Wegen suchten, die eigene Wirtschaftlichkeit wiederherzustellen.  

Das Teilnehmerfeld deckt alle relevanten Disziplinen ab.

An der neuen Umfrage haben 148 Agenturen teilgenommen, 25 Prozent mehr als beim ersten Durchgang. Und: Während bei der ersten Umfrage nur 10 Prozent der Agenturen mehr als 50 Mitarbeiter hatten, so sind es diesmal rund ein Viertel. Davon 11 Prozent mit 51 bis 100 und 7 Prozent mit 101 bis 250 Mitarbeitern. Der größte Teil bietet digitale Kommunikation an, davon abgesehen sind alle marktrelevante Disziplinen vertreten.

Jede vierte Agentur verzeichnet ein Umsatzplus.

Offenbar haben viele Werbungtreibende den Fuß vom Bremspedal genommen oder verfügen noch über Restetats für neue Projekte, die bis Ende des Jahres aufgebraucht werden müssen. Denn der Anteil der Agenturen mit Umsatzplus erhöhte sich von 3 auf aktuell fast 24 Prozent. Lediglich 16 Prozent der Agenturen spüren keine Zunahme der Nachfrage.

Zwei Drittel der Agenturen müssen Umsatzeinbußen hinnehmen.

Agenturen mit einer gewissen Größe kommen anscheinend besser durch die Krise. Keine einzige Agentur mit mehr als 100 Mitarbeitern hat Umsatzeinbußen von über 50 Prozent. Die Erklärung ist relativ einfach. Größere Häuser haben in der Regel ein breiteres Kundenportfolio und sind damit weniger abhängig von einzelnen Auftraggebern. Fällt der eine oder andere Kunde weg, so schlägt dies weniger hart aufs Gesamtergebnis durch. Ganz anders die Situation bei kleinen Häusern bis zu 25 Beschäftigen. Gut jede dritte Firma hat Einbußen bis und über 50 Prozent. Für sie dürfte es in den kommenden Monaten sehr schwierig werden.

Nach wie vor nützen viele Agenturen, große wie kleine, die Möglichkeit der Kurzarbeit, wenn auch der Anteil gesunken ist. Aktuell sagen das 36 Prozent von sich. Aber immerhin 43 Prozent, also fast jede zweite Agentur, ist bislang ohne Reduzierung der Arbeitszeit über die Runde gekommen.

Remote Work etablieren oder ausbauen ist vorrangigstes Ziel bis Ende des Jahres.

Natürlich haben die Agenturen auf die Corona-bedingten Herausforderungen reagiert, beispielsweise durch Home Office oder durch die Entwicklung neuer Angebote. Dennoch gibt es klare Unterschiede. So beschäftigen sich die größeren Häuser vor allem mit prozessualen Themen wie Remote Work, während bei kleineren Agenturen Punkte wie Positionierung, Produkte und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen.

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Autor: Peter Hammer

begleitet seit vielen Jahren redaktionell die Agentur-Branche, für die W&V wie auch früher für den Kontakter. Als Ressortleiter wie Redaktionsleiter. Liebt gute Kreation, aber mehr noch interessante und innovative Geschäftsmodelle. Unabhängig von Kanal und Größe. Was ihn immer wieder überrascht: Wie viele spannende Menschen es in der Branche gibt.

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