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Pitch
Disney entscheidet sich für Omnicom und Publicis

Die beiden Agenturholdings teilen sich künftig den Milliarden-Dollar-Mediaetat des US-Entertainment-Konzerns. Dentsu ging leer aus, WPP sicherte sich einen regionalen Teiletat.

Text: W&V Redaktion

15. Oktober 2019

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Der Pitch um den Mediaetat der Walt Disney Company ist entschieden: Als Sieger daraus gehen die französische Publicis Groupe und die amerikanische Omnicom Media Group (OMD) hervor, wie die Branchendienste Advertising Age und Campaign, die sich auf namentlich nicht genannte Insider berufen, übereinstimmend berichten.

An dem hart umkämpften Wettbewerb teilgenommen hatten auch das japanische Agenturnetwork Dentsu sowie – für Teile des Etats – die britische Werbeholding WPP.

Demnach ist Publicis künftig für den Mediaetat des geplanten Videostreamingdienstes Disney+ verantwortlich sowie für die Etats der Walt Disney Parks and Resorts. Die Themenparks hatte bislang die Agentur Carat aus dem Dentsu Network betreut. Dentsu ging bei dem Pitch leer aus.

Den größten Teil des Gesamtetats, der laut Schätzungen weltweit bei 2,2 bis 3 Milliarden Dollar liegen soll, konnte sich jedoch OMD sichern. Sie verteidigte erfolgreich die Nordamerika-Etats für die Twentieth Century Fox Film Corporation, für Fox Searchlight Pictures sowie die Fox Entertainment Group, die sie nach der Übernahme von Fox durch Disney "bis auf Weiteres" im Mai dieses Jahres gewonnen hatte (W&V Online berichtete).

Aufbau maßgeschneiderter Units

Außerdem betreut OMD künftig das TV-Geschäft des Konzerns mit den Kanälen ABC, Disney Channel, Disney Freeform, National Geographic und FX Productions and Networks. Darüber hinaus verteidigte OMD die nordamerikanischen Etats für das Filmgeschäft mit Pixar, den Marvel Studios, Lucasfilm und den Walt Disney Studios, die sie bereits 2013 ohne Pitch gewonnen hatte.

Für diese Aufgaben will Omnicom nun die maßgeschneiderte Unit OMG23 einrichten, deren Namen auf die Gründung des Disney-Konzerns im Jahr 1923 anspielt.

Die internationalen Etats für die Hollywood-Studios außerhalb der USA und Kanadas betreut hingegen Publicis, die ebenfalls eine maßgeschneiderte Unit für Disney aufbauen will.

WPP, die den Disney-Konkurrenten Comcast betreut, verteidigte demnach lediglich den Regionaletat für Indien.  


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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