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Umfrage
"Es wird auch eine Ära post Corona geben"

Wir haben nachgefragt: Was ändert sich für Agenturen, wenn Corona vorbei ist? Wie arbeiten wir, wie laufen Pitches, welche Agenturmodelle entstehen? Johannes Plass von Mutabor steht heute im Wort.

Text: W&V Redaktion

1. April 2020

Johannes Plass, CEO und Mitgründer von Mutabor.
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Welche langfristigen Folgen die Coronakrise für die Kommunikationsbranche haben wird, ist schwer zu sagen. Trotzdem gibt es erste Anzeichen, dass sich die Agenturwelt nachhaltig verändern wird - zumindest für die Firmen, die dann noch existieren.

Johannes Plass, CEO und Mitgründer der Designagentur Mutabor, glaubt, dass diese Krise - wie viele Krisen zuvor - Transformationsprozesse beschleunigt. Damit ist er nicht allein. Das, glaubt er, dürfte vor allem den Kunden im Mittelstand gut tun, deren digitale Möglichkeiten bislang oft noch begrenzt sind. Eine Kürzung von Aufträgen sieht er noch nicht.

#1 Wie ergeht es Ihrer Agentur im Homeoffice?

Mutabor ist zu 95 Prozent im Homeoffice. Wir sind im König-Kontor nur noch in einer Notbesetzung, um Post und den klassischen Traffic abzufangen. So ist auch das Risiko für diejenigen gemindert, die tatsächlich noch ins Office gehen.

Technisch sind wird dank unserer IT-Strategie glücklicherweise schon seit Längerem für diesen Fall aufgestellt. Die Limits, die uns durch VPN-Engpässe, stationäre Workstations oder mangelnde Kapazität der deutschen IT-Infrastruktur vorgegeben sind, können wir durch entsprechendes Umswitchen bislang im Rahmen halten.

Die Nachteile, die durch fehlende Face-to Face-Teamsessions entstehen, werden durch bessere Klärung der individuellen Arbeitspakete in einer aktuellen Betrachtung aufgefangen. Wir beobachten eine hohe Konzentration bei der Bearbeitung der Aufgaben im Homeoffice.

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Die klassische Begegnungskommunikation erfolgt über Teams von Microsoft. Wir sind von diesem Tool wirklich begeistert und danken unserem IT-Chef und unserem CDO, dass Sie uns frühzeitig in diese Richtung gelenkt haben.

Wir glauben, dass diese Krise - wie auch die Krisen zuvor - als Beschleuniger und Katalysator der Transformation dienen. Jeder, der jetzt die Homeoffice Erfahrung macht und an gut organisierten Kunden-Telkos teilnimmt, wird sich in Zukunft fragen, wie sinnvoll der jeweilige Arbeitsweg ist.

Wir sehen das als absolut positive Entwicklung. Weniger Reisezeit bedeutet mehr Freizeit. Wir verzeichnen auch mehr Effizienz in den Meetings, die als Telkos stattfinden.

#2 Wie läuft das mit Ihren Kunden?

Aktuell gibt es eine Vielzahl von Tools und Möglichkeiten, die sich in den jeweiligen Geschäftsbereichen auch unterscheiden. Unser CDO Burkhard Müller hat dazu einen Artikel verfasst, der einen Einblick gibt.

Unsere Konzernkunden im Homeoffice sind zum Teil durch fehlende Infrastruktur limitiert und wir kommunizieren mit ihnen über klassische Telko-Tools, die je nach Kunde anders aussehen.

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#3 Und wenn es ums Neugeschäft geht? Der BMW-Pitch fand digital statt. Ist das die Zukunft?

Die Neugeschäftsanbahnung unterscheidet sich je nach Unternehmensgröße und nationaler Herkunft. Viele Wettbewerbsprojekte erreichen uns heute schon ausschließlich über digitale Portale und sind in der Startphase ohne jeglichen Face-to-Face Austausch. Im Mittelstand sieht das natürlich anders aus.Wir sehen aber gerade im internationalen Business vornehmlich digitale Formate in der Startphase, bevor man sich tatsächlich begegnet.

#3 Zu Branchenevents: Werden die nach Corona für unsere Branche noch eine Rolle spielen?

Es ist ja absolut zu begrüßen, dass wir bewusster reisen. Ich bin die letzten 20 Jahre x mal um die Welt geflogen. Wenn ich die unzähligen Stunden an irgendwelchen Flughäfen mit dem Homeoffice vergleiche, finde ich hier deutlich mehr Lebensqualität. Und der Umwelt ist damit auch geholfen.

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Dennoch brauchen wir Menschen natürlich weiterhin Eventformate. Wir erwarten gerade nach der Bunkerzeit im Homeoffice einen Boom der Post-Corona-Events.

#4 Sicher werden nach der Krise Agenturen schlanker sein. Welche Agenturmodelle entstehen?

Wir glauben nicht daran. Wir erleben zum Glück, dass die Kunden, die von der Krise nur indirekt betroffen sind, an ihren Aufträgen festhalten. Wir beobachten, dass Kunden ihre Budgets Richtung digital shiften, was wir sowieso langfristig erwartet haben.

Und wir wissen durch den Austausch mit Kunden und der Branche, dass alle auch an ein Comeback der nun stornierten Live- und Publikums-Formate glauben. So gesehen beschleunigt die Krise die Digitalisierung, auf die wir als Agenturgruppe sowieso gesetzt haben.

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Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.

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