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Forderung an die Politik
Eventbranche legt Stufenplan für Lockerungen vor

Der Branchenverband FAMAB erhöht den Druck auf die Regierung, eine Lockerung des Veranstaltungsverbots vorzubereiten: Durch ein umfassendes Hygienekonzept sollen Corporate Events möglich werden.

Text: W&V Redaktion

30. April 2020

Ein Bild aus längst vergangenen Tagen: Rege Betriebsamkeit auf der ITB in Berlin.
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Dass die Diskussion um die geplanten Bundesliga-Geisterspiele über kurz oder lang die Event-Veranstalter auf den Plan ruft, auch in ihrem Bereich über entsprechende Lockerungen nachzudenken, war abzusehen. Bei den avisierten Fußballspielen dürften sich maximal bis zu 300 Personen im Stadion aufhalten. Warum sollten da nicht auch bald wieder Corporate Events möglich sein?

Die Not der Branche ist groß. Viele Veranstalter stehen vor dem Ruin. Der bislang entstandene Schaden geht in die Milliarden. Der FAMAB und andere Branchenverbände erhöhen jetzt den Druck auf die Regierung, eine Lockerung des Veranstaltungsverbots vorzubereiten: mit einem umfangreichen Hygienekonzept samt Stufenleitplan zur Durchführung von Veranstaltungen.

Covid-19-Tests und manipulationssichere Teilnehmerlisten

Daran mit geschrieben haben Prof. Dr. Klaus-Peter Hunfeld, Virologe aus Frankfurt, PD Dr. med. Frank-Albert Pitten, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin aus Gießen und Prof. Dr. Walter Popp, Facharzt für Innere Medizin, Arbeitsmedizin und Hygiene aus Dortmund. Im Kern geht es in dem Konzept darum, für manipulationssichere Teilnehmerlisten zu sorgen und alle anwesenden Personen vorab auf Covid-19 zu testen. Sollte das nicht möglich sein, muss der Veranstalter für die Einhaltung von Mindestabständen sorgen und zusätzliche Hygienevorschriften einhalten.

Der Stufenleitplan zeige, "dass eine Risikoeindämmung für alle involvierten Personen einer Veranstaltung möglich ist", heißt es von den Herausgebern. Es wird strikt angeraten, dass die Empfehlungen als "verbindliche Checkliste für Veranstalter" dienen.

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Appell an die Politik: Nicht alle Events in einen Topf werfen

"Firmen-Events werden oft mit Festivals und Sportveranstaltungen gleichgesetzt", sagt Colja Dams, Inhaber und Chef der Eventagentur Vok Dams. "Aber ein Festival mit 50000 Besuchern ist nicht vergleichbar mit einem Corporate Event mit 1000 Personen."

Einzelne Bundesländer erlauben bereits Veranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmern. Dams fordert von der Politik eine einheitliche Genehmigung von Corporate Events – gerne auch stufenweise. Sein Vorschlag:

  • bis zu 50 Personen ab sofort
  • bis 250 Personen ab Juni
  • bis 500 Personen ab Juli
  • bis 1000 Personen ab September

Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

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