Anzeige

Business Development
Ex-TBWA-Duo gründet eigene Agentur

Ex-TBWA-Geschäftsführerin Ina Neumann und ihr Strategiechef Steffen Schwab gründen Not Yet Normal, eine Beratung für Start-ups und Unternehmen, die sich neu erfinden wollen.

Text: W&V Redaktion

8. März 2021

Sind jetzt ihre eigenen Chefs: Ina Neumann und Steffen Schwab.
Anzeige

TBWA in Hamburg (davor: Heimat Hamburg) gibt es nicht mehr. Die Agentur wurde vor einem halben Jahr geschlossen. Die Chefin der Agentur und ihr Strategieleiter aber, Ina Neumann und Steffen Schwab, machen weiter. In der Hansestadt gründen die beiden Not Yet Normal, eine Agentur für Start-ups.

Von der Idee zum Geschäftsmodell

"Wir haben die Entwicklung und Etablierung neuer, nachhaltiger Geschäftsmodelle zu unserem Geschäftsmodell gemacht", sagt Neumann. Nicht zuletzt die Erfahrungen bei TBWA hätten sie in ihrer Überzeugung bestärkt, dass Neues nur entstehen könne, wenn bestehende Strukturen und Konventionen aufgebrochen werden. Daraus haben sie gelernt.

Neumann und Schwab haben im Laufe ihres Berufslebens sowohl für Agenturen wie Jung von Matt, Zum Goldenen Hirschen, Philipp und Keuntje wie Startups gearbeitet. Unter anderem begleiteten sie die eBike-App Cobi, die mittlerweile Bosch gekauft hat, und das Münchener Fintech Laterpay. Die Erfahrung für den Job bringen sie also mit. Not Yet Normal ist eine Business-Development-Agentur, die Kund:innen hilft, ihren Projekte marktfähig zu machen - von der Analyse, über die Idee bis zum Geschäftsmodell.

So sieht das Logo der Agentur aus.

"Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist der Innovationsdruck gestiegen. Dabei sind die Rahmenbedingung für Start-ups und Grown-ups gleichermaßen herausfordernd wie auch gegensätzlich. Während junge Unternehmen hart dafür arbeiten, sich selbst und ihr neues Angebot zu etablieren, müssen etablierte Unternehmen ihre Strukturen und Denkweise aufbrechen, um Neues entstehen zu lassen", schreiben Neumann und Schwab in ihrer Mitteilung zum Start. Das sei so herausfordernd, dass ein Großteil aller Start-ups scheitere, noch bevor sie sich auf dem Markt durchsetzten. Genau dort will Not yet Normal helfen.

Im Moment sind sie in Hamburg zu dritt. Martin Gleitsmann kommt von der Serviceplan Consulting Group. Er hat davor das Innovationsstudio JMP von Grabarz & Partner in Berlin mit aufgebaut und stieg dann als Senior Consultant für Organisationsentwicklung und Innovationsprojekte bei Serviceplan ein.

Beteiligungsmodell statt Stundenlohn

Mit einer Kombination aus Workshop- und Sprint-Formaten will das Team die Kund:innen beraten. Dafür stellt Not Yet Normal jedes Mal flexibel interdisziplinäre Teams zusammen, die nicht nur Mitarbeiter:innen des Unternehmens, der Agentur und externe Expert:innen, sondern tatsächlich auch echte Nutzer:innen in den Prozess mit einbeziehen. Das ist ein Novum: Die Zielgruppe lässt sich so von Anfang an kennenlernen.

Das Geschäftsmodell von Not Yet Normal unterscheide sich deutlich vom Modell klassischer Agenturen, die vorwiegend aufwandsbasiert kalkulieren, sagt Schwab: "Wir wollen auf die gleichen Ziele hinarbeiten wie unsere Auftraggeber. Somit ist es auch nur fair, dass wir mit in das unternehmerische Risiko einsteigen und im Gegenzug die Chance haben, am tatsächlichen Erfolg zu partizipieren."

Zu den ersten Kund:innen der Neugründung zählen Tchibo Coffee Service, das Fintech Laterpay, der Online-Shop Gesund & Mutter, der Digita-Out-of-Home-Anbieter UZE Mobility sowie ein Start-up aus dem Erotikbereich, dessen Namen die Agentur noch nicht nennt.


Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt, in Beratung, Strategie und Kreation. Besonders innovative Agenturmodelle haben es ihm angetan. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine. Vielleicht ist er deshalb auch Diversity-Beauftragter der SWMH geworden, der die W&V angehört.

Anzeige