Anzeige

#StopHateForProfit
Facebook lud Mediaagenturen zur Krisensitzung

Facebook hat unmittelbar vor Inkrafttreten des Werbeboykotts zahlreicher Unternehmen die Chefs großer Mediaagenturen zur Krisensitzung geladen. Auch Eon und Weightwatchers setzen ihre Werbung aus.

Text: W&V Redaktion

3. Juli 2020

Anzeige

Die Konferenz mit den Agenturchefs hat laut "Campaign" am Dienstag dieser Woche (30.6.) stattgefunden. Dazu eingeladen hatte Carolyn Everson, Vice-President Global Marketing Solutions bei Facebook. Dem Bericht zufolge habe Facebook bei der Sitzung seine jüngsten Schritte als Reaktion auf die Boykottbewegung erläutert: Der Konzern hatte kurz davor eine Evaluierung der Richtlinien für die Content-Monetarisierung sowie der Brand-Safety-Tools angekündigt. Ferner wollte man mit Bürgerrechtsgruppen zusammenarbeiten, um geltende Richtlinien zu überprüfen.

"Campaign" zitiert einen Agenturvertreter, der kritisiert, dass Facebook nicht genug tue, um das Vertrauen der Werbekunden zurückzugewinnen. Vielmehr habe man den Eindruck, dass man die Zeit bis zu den US-Präsidentschaftswahlen im November abwarten wolle. Falls dem so wäre, wäre es ein gefährliches Spiel. Denn den Controllern in vielen Unternehmen kommt der Werbeboykott mitten in der Coronakrise zupass - um ihre miesen Zahlen aufzuhübschen. Das dürfte mit eine Erklärung sein für die gewaltige Kettenreaktion.

Auch Eon und Weightwatchers setzen Werbung aus

Inzwischen wurde bekannt, dass auch Eon und Weightwatchers (WW) bis auf weiteres auf Anzeigen, Posts und Aktivitäten bei Facebook und Instagram verzichten wollen. Ersten Analysen zufolge haben die Top-100-Werbungtreibenden an Tag eins des Boykotts 18 Prozent weniger Geld auf Facebook ausgegeben als vor einem Jahr.

Mediaagenturen nehmen dabei grundsätzlich eine zentrale Stellung ein: Schließlich sind sie es, die die Werbungtreibenden beraten und ihnen empfehlen, wo sie sichtbar sein sollten und wo nicht. Allerdings verkauft Facebook seine Ads zu einem ganz wesentlichen Teil an die Kunden direkt. Die Mediaagenturen verhalten sich in der Debatte um #StopHateForProfit bisher auffallend passiv.

Dieser Inhalt kann leider nicht dargestellt werden. Sie finden ihn hier.


Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

Anzeige