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Gehälter für Freischaffende
Freelancer verdienen immer besser

Die Gehälter steigen weiter an. Wobei allerdings die Freien in der Medien- und Agenturbranche nicht so viel verdienen wie beispielsweise ein SAP-Entwickler.

Text: W&V Redaktion

18. September 2018

Die Werbe- und Agenturbranche zahlt eher unterdurchschnittliche Honorare.
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Als Freelancer lässt es sich immer besser leben - erstmals hat der Stundensatz für Freie die 90 Euro Marke überschritten. 91,05 Euro sind es nach der aktuellen Erhebung "Freelancer-Kompass" von Freelancermap zufolge.

Im Ländervergleich schneiden - kaum überraschend - die Schweizer am besten ab. Der Stundensatz in der Bundesrepublik liegt noch bei 89,63 Euro, bei den Österreichern bei 89,79 Euro. Bei den Schweizern sind es hingegen 119,55 Euro. Aber nicht jeder ist auch jede Stunde seiner potenziellen Arbeitszeit ausgelastet. Diese Differenz zeigt sich auch im Nettoeinkommen: Hier verdienen laut der Studie Freelancer in Deutschland 6.120,09 Euro, in Österreich 4.719,30 Euro und in der Schweiz mit umgerechnet 8.927,85 Euro im Monat nach Hause. Tendenz steigend: Knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer gab an, dass sie ihren Stundensatz innerhalb des kommenden Jahres erhöhen werden.

Der durchschnittliche Freelance hat schon einiges an Erfahrung auf dem Buckel. Freelancer sind durchschnittlich 48,45 Jahre alt, besitzen einen akademischen Abschluss und sind eher männlich.Vor allem in den 40ern werden die Einkommenssprünge besonders auffällig. Zwischen 40 und 49 Jahren liegt der Stundensatz durchschnittlich bei 95,09 Euro und damit unter allen Altersspannen am höchsten.

Das Gender Pay Gap wächst

Das Gender Pay Gap bleibt auch bei den Freelancern groß: Gerade mal 11,54 Prozent der Freelancer sind nach dieser Erhebung weiblich und sie erhalten durchschnittlich sieben Euro je Stunde weniger als männliche Kollegen. Während Männer im Schnitt mit 91,93 Euro pro Stunde vergütet werden, erhalten Frauen 84,28 Euro. Die Tendenz ist dabei sogar steigend, denn laut der Studie des vergangenen Jahres waren es lediglich drei Euro Unterschied.

Der Stundenlohn ist nicht nur von Alter und Geschlecht abhängig, sondern auch von der Art der Aufgabe. Am besten verdienen Anbieter von SAP-Dienstleistungen. 110,19 Euro sind das im Schnitt. Folglich ist diese Freelancer-Gruppe auch am zufriedensten mit ihrer Einkommenssituation. Ihnen gegenüber steht die große Gruppe aus dem Bereich Grafik, Content, Medien. Sie erhalten nur 62,35 je Stunde und sind - laut ihren eigenen Auskünften - nicht eben glücklich mit diesem Umstand.

Trotzdem ist das noch lange kein Grund zum Wechsel: 76,92 Prozent der Freelancer geben an, dass sie auch weiterhin frei arbeiten wollen, 21,98 Prozent ließen sich nur bei entsprechendem Gehalt erneut auf eine Festanstellung ein. Denn die Vorzüge sind immer noch überzeugend. Am meisten wird der Faktor Unabhängigkeit (58,24 Prozent) geschätzt, gefolgt von freier Zeiteinteilung (52,66 Prozent) und Entscheidungsfreiheit (46,15 Prozent).

Vorzüge der Arbeit als Freischaffender

Freie Zeiteinteilung gehört zwar zu den größten Benefits, dennoch belegt die Studie, dass sich Freelancer jährlich nur 26 Urlaubstage gönnen - die Festangestellten verfügen im Schnitt über 29 freie Tage. Eine 40-Stunden-Woche kennen nur wenige Freelancer - im Schnitt arbeiten sie 45,55 Stunden pro Woche.
Die meisten Freelancer kommen laut der Studie aus dem bevölkerungsreichen Bayern und Nordrhein-Westfalen. Sie stellen gemeinsam 45 Prozent der freien Arbeitskräfte. Die Bayern und Westfalen verdienen 90,59 Euro, beziehungsweise 89,91 Euro pro Stunde. An der Spitze der Stundenlöhne liegt das Saarland mit 101,30 Euro. Die neuen Bundesländer sind für Freelancer weiterhin als Wohnort am unattraktivsten, auch die Stundenpauschale liegt deutlich unter dem Standard in der restlichen Republik.

Insgesamt befragte das Nürnberger Unternehmen Freelancermap 1.092 Freelancer.

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