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Kreation des Tages
Greenpeace greift zum letzten Strohhalm

Wenn es nur wirklich der letzte wäre: In seiner aktuellen Kampagne macht Greenpeace Canada mit der Agentur Rethink auf das Problem Einwegplastik aufmerksam.

Text: W&V Redaktion

31. Juli 2018

Einwegplastik bringt Meeresbewohner um. "Der eine Strohhalm ..." - denken sich viele. Am Ende kommen Milliarden Plastikteile zusammen, viele davon landen im Meer.
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Die EU plant ein Verbot für Einwegplastikprodukte - Strohhalme, Besteck, Rührstäbchen. Allerdings: Umgesetzt werden soll es irgendwann zwischen jetzt und 2030.

In zwölf Jahren ist es aber, davon sind Umweltschützer überzeugt, für viele Lebewesen viel zu spät. Warum Einwegplastik ein Problem ist, darüber klärt aktuell Greenpeace Kanada mit einer eindringlichen Kampagne auf, die dafür zum Strohhalm greift.

Die Agentur Rethink Canada hat handwerklich herausragende Motive entwickelt, die in ihrer Brutalität mehr als deutlich machen, wie Tiere, vor allem Meeresbewohner und Seevögel, unter Plastik leiden. Sie verschlucken die Kunststoffteile, die durch achtloses Wegwerfen, mangelndes Recycling und den sorglosen Umgang mit Einwegplastik im Meer gelandet sind. Und gehen elend daran zugrunde. Viele ersticken, manche verhungern auch, weil der Magen mit unverdaulichem Kunststoff gefüllt ist.

Die Botschaft dazu: "Saug nicht das Leben aus unseren Ozeanen."

Was Greenpeace bezweckt

Abgesehen vom Thema Strohhalme erhofft sich Greenpeace eine erhöhte Aufmerksamkeit der Verbraucher und Firmen zum Einwegplastik generell. "Große und kleine Unternehmen müssen ihren Plastikverbrauch grundsätzlich überdenken", sagt Sarah King, Chefin der Ozeane- und Plastikkampagne bei Greenpeace Kanada.

Mit Strohhalmen beginne der Dialog, aber jeder Wegwerfplastikartikel verschlimmere die Verschmutzung. King hofft, dass gerade Unternehmen neue Lösungen jenseits des Einwegkunststoffs finden und ernsthaft daran arbeiten, ihren Plastikverbrauch zu reduzieren.

Denn vom weggeworfenen Plastik, das sehr langsam abgebaut wird, haben alle Erdbewohner jahrundertelang was.

Wer Plastik spart

Die guten Nachrichten: Nürnberger Gastronomen der Lokale Finca, Regenzeit und Cafe Bar Celona verwenden statt Plastikhalmen einfach Makkaroni. Rewe und Lidl wollen 2019 Einwegstrohhalme und Einwegplastik aus dem Sortiment nehmen. Firmen wie Bacardi, Pernod Ricard und Diageo verzichten jetzt schon freiwillig darauf.

Die schottische Regierung hat bereits Kunststoffwattestäbchen verboten, noch in diesem Jahr soll das Verbot für Plastikstrohhalme folgen. Frankreich beginnt mit dem Stopp von Einweggeschirr ab 2019. 

Der Kaffeehaus-Konzern Starbucks hat vor wenigen Wochen angekündigt, sich bis 2020 weltweit von Plastikstrohhalmen zu verabschieden. Ebenso die Hotelketten Marriott, Hilton und Hyatt sowie Disney und American Airlines. McDonald's möchte den Verbrauch einschränken. 

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