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Solidaritätsnote
Grüne verurteilen rechte Attacke gegen David + Martin

Guter Kunde. Die Grünen stellen sich schützend vor ihre Agentur David + Martin in München. Sie ist vergangene Woche vermeintlich von Rechten bedroht worden.

Text: W&V Redaktion

30. Oktober 2018

David Stephan (l.) und Martin Eggert in ihrer Agentur im Tal.
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Der Mittwoch war kein guter Tag. Am 24. Oktober vergangener Woche hat die Agentur David + Martin in München böse Post bekommen - erst ein Paket mit rechtem Propagandamaterial, nachmittags kam obendrauf noch ein Schweinskopf. Die Inhaber Martin Eggert und David Stephan vermuten hinter der Sache einen Angriff rechter Kräfte. Da waren wohl einige nicht so ganz mit ihrer Kampagne für die Grünen einverstanden, die sie in Bayern zur zweitstärksten Kraft gemacht hat. Anzeige gegen Unbekannt hat die Agentur erstattet, das Haus wird seitdem von der Polizei überwacht. Hier der Grünen-Spot aus dem Wahlkampf:

Die Grünen in Bayern haben jetzt reagiert. "Das Schweinekopfmotiv ist antisemitisch und antiislamisch. Dahinter steht der Wunsch, die bayerische Gesellschaft in ihrer Vielfalt zu spalten", sagt die Landesvorsitzende der Grünen Bayern, Eike Hallitzky. Die bayerischen Grünen stünden mit der Agentur David + Martin für ein friedliches Zusammenwachsen aller Menschen, die in Bayern leben. "Deshalb werden wir gemeinsam all jenen, die den demokratischen Konsens der Gesellschaft angreifen oder zerstören wollen, mit klarer Kante entgegentreten." Die Partei verurteilt die Aktion aufs Schärfste.

Großes Presseecho

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von David + Martin sind verunsichert und auch ein bisschen genervt. Sie sind froh, dass die Polizei gleich um die Ecke sitzt, wollen sich jetzt aber wieder dem Tagesgeschäft widmen. Doch der Presserummel geht jetzt erst los. Nach einem Artikel der W&V hat gestern auch die Süddeutsche Zeitung berichtet; andere Medien ziehen nach. Die Agentur steht zu ihrem politischen Engagement, will sich aber zum Thema nicht mehr äußern."Es ist alles gesagt und geschrieben", sagt Eggert. Im Fokus sollen ab sofort wieder die Kunden stehen.

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