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Kreation des Tages
Im Kampf gegen Plastikmüll zieht McCann den dreckigen Strohhalm

Gut 500 Jahre rottet ein Trinkhalm aus Kunststoff vor sich hin, belastet Umwelt und Meere. Er spielt die Hauptrolle in einer Umweltschutzkampagne von McCann Panamá.

Text: W&V Redaktion

30. Januar 2019

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Plastikmüll belastet die Umwelt besonders, braucht er doch Jahrhunderte, um zu verrotten. Ein Strohhalm aus Kunststoff kann ergo 500 Jahre alt werden. Ein solcher spielt nun die Hauptrolle in einer südamerikanischen Kampagne. McCann Panamá und die drei Umweltschutzorganisationen MarViva, Eco Exito und Fundación Tortuguías ziehen für die Werbewelle mit dem Motto "The Straw Timeline" den dreckigen Strohhalm, um auf die Umweltbelastung durch Plastik hinzuweisen.

Der Gedanke dahinter: Welche Geschichte würde ein Plastikstrohhalm aus dem Jahr 1534 erzählen - von der ersten Studie bis hin zur Einweihung des Panama-Kanals oder von Newtons Gravitationsgesetz bis zum ersten Auto auf dem Mars? Bis zu 500 Jahre benötigt ein Plastikstrohhalm, bis er sich zersetzt hat und keine Bedrohung mehr für Meeresschildkröten oder Wale darstellt. Darauf soll die neue Kampagne von McCann Panamá aufmerksam machen.

Trinkhalme aus Kunststoff dienen in den Werbemotiven jeweils als Zeitstrahl, der weit zurückliegende historische Ereignisse verzeichnet, um auf die Unverwüstlichkeit des relativ überflüssigen Plastikfabrikats hinzuweisen.

"Beispielsweise hätte ein Strohhalm, der mit der Erfindung des Teleskops durch Galileo im Jahr 1609 entstanden wäre, auch heute noch eine Lebenszeit von 100 Jahren vor sich", heißt es zur Erklärung. Und ein Trinkhalm aus dem Jahr 1447 hätte nicht nur die Erfindung des Buchdrucks, sondern auch die Geburt von Facebook im Jahr 2004 miterlebt.

Auf den Plakaten heißt es auf Spanisch: "Es dauerte rund 500 Jahre den Panama-Kanal aufzubauen, so lange belastet ein Strohhalm die Umwelt", "Den Weltraum zu erobern dauert rund 500 Jahre, so lange verschmutzt ein Strohhalm die Umwelt" und "Es brauchte 500 Jahre, damit Du so kommunizieren kannst, wie Du es heute tust. So lange schadet ein Strohhalm der Natur." Der Hashtag #SinCarrizoPorFavor (dt. #OhneStrohhalmBitte) findet sich auf allen Motiven wieder und ruft dazu auf, Plastikstrohhalme zu vermeiden.

"Plastik als großes Problem für die Umwelt wird gerade weltweit diskutiert. Panama verbindet zwei Ozeane miteinander und die sind besonders von der Verunreinigung durch Plastikmüll betroffen. Mit unserer Kampagne wollen wir anhand der langen Lebenszeit von Strohhalmen auf dieses Problem hinweisen. Denn jeder einzelne kann die Natur mehr als 500 Jahre belasten und beispielsweise für Schildkröten den Tot bedeuten", sagt Omar Polo, Creative General Director von McCann Panamá.

Erst vor wenigen Tagen haben sich internationale Konzerne aufs Verwenden von weniger Plastikverpackung geeinigt, seit Jahresstart gilt hierzulande eine strengere Verordnung, die vom Einzelhandel durchaus zur Markenkommunikation genutzt wird. Auch engagierte Manager wie Ex-ProSiebenSat.1-Vorstand Peter Christmann setzen sich aktiv im Kampf gegen den Plastikmüll in Meeren ein.

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