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Etatwechsel
Jung von Matt und KKLD verlieren Mini an Anomaly

Neue Kreativ- und Digitalagentur für Mini. Die Automarke des BMW-Konzerns bündelt die beiden Aufgabenbereiche bei einer einzigen Agentur. Anomaly in London übernimmt ab Juni.

Text: W&V Redaktion

19. Mai 2020

Mini wechselt von der Spree an die Themse
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Mini arbeitet ab Juni, wie die BMW-Gruppe meldet, mit Anomaly zusammen, einer neuen Lead-Agentur, die künftig sowohl für Kreation und Digitales zuständig sein wird. Damit lösen die Briten Jung von Matt/Spree und KKLD ab, die bislang den Etat hielten. Jung von Matt hatte den Autobauer 2015 überzeugt.

Die Londoner Agentur Anomaly verantwortet die internationale Produkt- und Markenkommunikation. Die entsprechende Ausschreibung erfolgte turnusgemäß zum Ablauf der bestehenden Verträge. Es war der bisher umfangreichste Pitch in der Geschichte der Marke Mini. An der Ausschreibung nahmen sieben internationale Agenturen teil, deren Teilnehmer das Unternehmen nicht nennt.

"Bei der Entscheidung für die neue Leadagentur waren neben dem Kreativitätsanspruch und der internationalen Ausrichtung vor allem der starke digitale Fokus ausschlaggebend", sagt Sebastian Beuchel, Head of Mini Global Brand Management. "Digital first", so der Marketer, bedeute für Mini vor allem, dass der Kunde im Mittelpunkt aller Kommunikationsmaßnahmen steht.

Always on

Mini will im Jahr 2021 eine integrierte Marken- und Produktkampagne lancieren. Anomaly London soll unter anderem für die Entwicklung der Kreativideen, die Implementierung der digitalen Kommunikation sowie für die Entwicklung eines editorialen "#lways-on"-Ansatzes zuständig sein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem kanalumfassenden Storytelling.

Für Jung von Matt und KKLD dürfte der Etatverlust ein herber Schlag sein. Ob und wie die Agenturen den Verlust kompensieren werden, ist unbekannt; die Agenturen waren für Stellungnahmen bislang nicht erreichbar.

Jung von Matt hat in den vergangenen Jahren digital an Umsatz und Profil zugelegt, wofür die Agentur immer wieder die Website von BMW als Beispiel heranzog, die Jung von Matt zur interaktiven Content- und Experience-Plattform umgebaut hatte. Dafür gab es auch Awards. Jung von Matt hat 2015 den internationalen Digitaletat von BMW gewonnen. Die Agentur macht inzwischen 50 Prozent ihres Umsatzes mit Digitalgeschäft. 2019 lag das Gross Income bei insgesamt 85,2 Mio. Euro.


Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.

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