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New Business Barometer
Kein einheitliches Bild in Sachen Neugeschäft

Nach einer langen konjunkturellen Hochphase zeichnen sich Eintrübungen ab. Für 2020 werden spürbare Folgen erwartet. Die Ergebnisse des aktuellen "New Business Barometers".

Text: W&V Redaktion

28. Oktober 2019

DDB-CMO Christoph Pietsch merkt bislang nichts von einer wirtschaftlichen Eintrübung.
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Es herrscht Verunsicherung in diesen Tagen. Vor allem Agenturen mit Kunden aus dem Automotive-Bereich oder dem ­Maschinenbau sind skeptisch. So eines der Ergebnisse des aktuellen New Business Barometers. Burrack New Business Advice und der Branchendienst Kontakter eruieren regelmäßig, wie Agenturchefs die aktuelle Stimmung im Neukundengeschäft einschätzen.

Manch andere Anbieter hingegen, wie das Network DDB, spüren bis dato nichts von einem wirtschaftlichen Abschwung. "Aktuell befinden wir uns in einer sehr komfortablen Situation. Alle Standorte unserer Agentur sind mit ausreichend Neugeschäftsmöglichkeiten versorgt. Was dazu führt, dass wir sehr selektiv unterwegs sind und zahlreichen Pitcheinladungen nicht folgen können und wollen. Für uns ist das Vorgehen vor allem eine qualitätssichernde Maßnahme", sagt CMO Christoph Pietsch. Mit ein wenig mehr Vorsicht geht Dominik Tiemann, CEO von M&C Saatchi, mit der Situation um: "Wir bemerken noch keine grundsätzliche Veränderung. Auf der anderen Seite hat sich das Klima aller Akteure durchaus verändert", so der Manager. Der einstige Optimismus, von ihm sei aktuell wenig zu spüren.

Wenig Interesse an Screenings

Es gibt kein einheitliches Bild. Auch auf ­Auftraggeberseite. Allerdings, so Andreas Bahr, Gründer und Vorstand von Fluent, "sehen wir durchaus, dass es den einen oder anderen gibt, der zwar nicht auf der Bremse steht. Aber es gibt Kunden, bei denen wir ein gewisses Zögern bemerken. Es sind primär solche ­Unternehmen alarmiert, deren Geschäftsmodell an seine Grenzen gerät."

Die Ergebnisse im Einzelnen

Bei der Frage, ob denn die wirtschaftlichen Ziele in den vergangenen Monaten erreicht wurden, kam die Umfrage auf 57,5 Punkte, zwei Zähler weniger als noch im Februar 2019. Die ökonomischen Aussichten für die nächsten sechs Monate sind mit sechs Zählern weniger nunmehr deutlich schlechter als noch zu Jahresbeginn. Sogar negativer als die Einschätzung, wie stark Unternehmen bereit sind, ihre Dienstleister zu wechseln. Nur folgerichtig, dass auch die nachzählbaren Einladungen zu Screenings und Pitches gesunken sind. Und zwar signifikant.

Überraschend indes: Während die Zahl der Einladungen zu Pitches lediglich leicht zurückging, war das Interesse an Screenings auf Seite der Kunden offenbar wesentlich geringer als noch bei der ­letzten Umfrage. Das dürfte den Agenturen nicht gefallen. Denn Pitches sind ungleich aufwendiger und kostenintensiver. Und wie sieht es mit neuen Projekten der Bestandskunden aus? Verhalten, glaubt man den Dienstleistern. Der Wert fiel ebenfalls um zwei Zähler niedriger aus als noch vor acht Monaten.

"Wie sich die Konjunktur weiter entwickelt, wird von zwei wichtigen Faktoren abhängig sein", sagt Hendrik Schunicht, Geschäftsführer der Bad Homburger Agentur Arts & Others. "Zum einen ist dies der Ausgang des Brexits, aber noch sehr viel stärker der Handelskonflikt zwischen den USA und China." Das werde mit Sicherheit nicht folgenlos bleiben.

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