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US-Agenturszene
MDC Partners meldet starken Umsatz- und Gewinnrückgang

Trotz schlechter Zahlen für das zweite Quartal sieht das Agenturnetzwerk einen Silberstreif am Horizont. So konnten namhafte Neukunden hinzugewonnen und bestehende Partnerschaften ausgebaut werden.

Text: W&V Redaktion

10. August 2020

Chairman und CEO Mark Penn erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatzrückgang von zehn bis 15 Prozent.
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Die Corona-Pandemie hat auch in der Bilanz des amerikanischen Agenturnetzwerks MDC Partners Spuren hinterlassen. So ging im zweiten Quartal dieses Jahres der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28,3 Prozent auf 260 Millionen Dollar zurück. Der Gewinn vor Steuern (EBITDA) lag im Drei-Monats-Zeitraum bei nur noch 36,3 Millionen Dollar – ein Minus gegenüber dem Vorjahr um 22,1 Prozent.

"Unsere Kundenbeziehungen sind weiterhin stark", sagte Mark Penn, Chairman und CEO von MDC Partners, zu den vorgelegten Zahlen. "Der Umsatzrückgang ist vornehmlich auf die Werbezurückhaltung der Kunden zurückzuführen und nicht etwa auf Kundenverluste."

Positiv ausgewirkt hätten sich auch die Kostensenkungsmaßnahmen, die das Netzwerk bereits vor Ausbruch der Pandemie eingeleitet hatte und bei denen im ersten Halbjahr rund 82 Millionen Dollar eingespart wurden – eine Kostenreduktion gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 16 Prozent.

Zudem habe es, so Penn, im abgelaufenen Quartal beim Neugeschäft einige Lichtblicke gegeben. Das "Net New Business" – eine Schätzzahl, die Etatgewinne und -verluste auf Jahresbasis angibt – summiere sich auf 20,5 Millionen Dollar. So habe beispielsweise die MDC-Partneragentur Anomaly den Nordamerika-Kreativetat von Coca-Cola gewonnen und Allison + Partners den PR-Etat von Budweiser. Außerdem habe das Netzwerk die Zusammenarbeit mit den Kunden Diageo, Google, Nike und Salesforce ausbauen können. Für das Gesamtjahr erwartet der Holding-Chef dennoch einen Umsatzrückgang von zehn bis 15 Prozent.

Fusionspläne werden weiterhin geprüft

Nicht äußern wollte sich Penn zu der geplanten Fusion seiner Stagwell Group mit MDC Partners. Das eigens hierfür geschaffene unabhängige Komitee, das von Beratern der Investmentbank Moelis & Company sowie der Anwaltskanzlei DLA Piper geleitet wird, prüfe derzeit den Ende Juni vorgelegten Plan.

Die Fusion würde zahlreiche namhafte Agenturen unter ein Dach zusammenführen. So gehören zu MDC Partners unter anderem 72andSunny, Anomaly, Assembly, CPB (vormals Crispin Porter + Bogusky), der schwedische Dienstleister Forsman & Bodenfors, Hecho Studios, Instrument sowie Redscout. Stagwell-Agenturen sind Code and Theory, Finn Partners, Observatory, PMX Partners sowie die Kreativagentur Wolfgang in Los Angeles. Laut Stagwell-Angaben erwirtschafteten die beiden Netzwerke 2019 zusammen einen Netto-Umsatz in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar.


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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