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Diversity
Mehr Vielfalt: Oddity setzt auf anonyme Bewerbungen

Wenn Agenturen wettbewerbsfähig sein wollen, müssen sie sich mit Diversity auseinandersetzen. Auch Oddity will seine Teams durchmischen. Deshalb hat die Digitalagentur den Bewerbungsprozess neu aufgesetzt.

Text: W&V Redaktion

4. Dezember 2020

Melanie Kraus, People & Culture Specialist bei oddity.
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Oddity bekennt sich zu mehr Vielfalt. Um ihre Teams diverser aufzustellen, hat die Agenturgruppe beschlossen, mehr Menschen unterschiedlichen Alters, unterschliedlicher Herkunft etc. einzustellen. Dafür haben die Chef:innen der internationalen Digitalagentur jetzt ihren Bewerbungsprozess neu aufgesetzt, wie sie in einer Mitteilung melden.

Namen tun nichts zur Sache

Oddity liefert die wichtigsten Zahlen gleich mit: 59 Prozent der Angestellten seien Frauen, 51 Prozent davon in leitenden Positionen, sowohl in der zweiten wie ersten Ebene. Künftig soll es in Stuttgart, Berlin und Köln noch bunter zugehen. Wie das laufen soll? Indem sie ihr Bewerbungsverfahren künftig komplett anonymisieren. Auf der eigenen Website fordert Oddity explizit dazu auf, Details wie Alter und Herkunft in den Bewerbungsunterlagen einfach wegzulassen.

Es ist übrigens auch nicht erforderlich, ein Bild mitzuschicken. Die Entscheidungsträger:innen kennen also zukünftig nicht einmal mehr den Namen einer potenziellen Kollegin, eines potenziellen Kollegen – bis sie darüber übereinkommen, zum ersten Gespräch zu laden.

Die Vorteile liegen für Oddity auf der Hand: Zum einen stelle Diversität eine Bereicherung für die eigene Agenturkultur dar, zum anderen bilde eine vielfältige Belegschaft das Fundament für den Geschäftserfolg, um Kundenbedürfnissen besser zu begegnen. Tatsächlich belegen Studien, das Vielfalt im Unternehmen die Motivation der Belegschaft erhöht, Talente bindet und letztlich den Profit steigert.

Kreativität lebt vom Austausch

"Wir glauben, dass es wichtig ist, von Anfang an jegliche Vorurteile oder Rollenbilder zu unterbinden. Denn nur so kann echte Diversität entstehen, die die Kommunikationsbranche in Deutschland so dringend benötigt", sagt Melanie Kraus, People & Culture Specialist bei Oddity. Denn für Kreativität brauche es unterschiedliche Charaktere, Nationalitäten und Altersstrukturen." Beispielsweise könnten sich die Ideen junger Leute auf der einen und die Erfahrung langjähriger Mitarbeiter:innen auf der anderen Seite ergänzen. "Beim Bewerbungsprozess anzufangen, ist für uns der erste logische Schritt." Weitere sollen folgen.


Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt, in Beratung, Strategie und Kreation. Besonders innovative Agenturmodelle haben es ihm angetan. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine. Vielleicht ist er deshalb auch Diversity-Beauftragter der SWMH geworden, der die W&V angehört.

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