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Expansion
Ogilvy eröffnet Büro in München

Monate lang schien Ogilvy mit sich beschäftigt. Leute kamen, Leute gingen. Im Stillen hat die neue Führung die Agentur neu ausgerichtet, an Kampagnen und Produktideen gearbeitet. Jetzt expandiert sie.

Text: W&V Redaktion

3. Dezember 2018

CEO Chaichana Sinthuaree (l.) und CCO Björn Bremer wollen Ogilvy zu alter Größe führen.
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Offiziell bestätigt ist die Nachricht nicht. Wenn aber stimmt, was man so hört, will Ogilvy Deutschland 2019 eine Dependance in München eröffnen. Es wäre das vierte Büro der Agentur hierzulande nach Frankfurt, Düsseldorf und Berlin.

Kunden vor Ort hätte die 450-köpfige Agentur genug. Kreativchef Björn Bremer, seit knapp einem halben Jahr im Amt, hat einige davon erst jüngst geholt mit seinen Teams: Munich Re, Mini, Siemens Healthineers. Die Konversionsrate der Pitches 2018 liege angeblich bei 60 Prozent, sagt er. "Die meisten Leute pitchen derzeit nicht gerne gegen uns." Aber auch Huawei sitzt u.a. in München, für die Ogilvy jüngst das Honor 8X eingeführt hat im Rahmen eines Live-Unboxing im fliegenden Kampfjet.

Es ist diese Linie, die das neue Management seit Einführung der globalen Strategie "Next Chapter" in Deutschland verfolgt: Außergewöhnlich Ogilvy-Kreation wie früher, die sich für die Gruppe bezahlt macht. Klar, dafür haben sie auch einen intensiven Umbau hinter sich: Die Integration aller GmbHs zu einer Ogilvy mit einer Gewinn- und Verlustrechnung wollten nicht alle mitmachen, die gerne ihre eigene Agentur geführt hätten, wie Tim Stübane zum Beispiel, bis Sommer Kreativgeschäftsführer von Ogilvy in Berlin. Er hatte die Filiale 2011 selbst gegründet. Ein Aderlass: Stübane macht sich jetzt mit The Goodwinds in Mitte selbstständig.

Dafür haben sie aber auch nicht alle Vorgaben aus dem Network erfüllt. Das Decoupling-Prinzip, Trennung von Konzeption und Umsetzung, zum Beispiel, führten sie erst gar nicht ein, weil es zu einer Zweiklassengesellschaft geführt hätte. Und jeder Kreative, jeder Stratege sieht ja gerne das Ergebnis dessen, was er konzipiert. Auf der Basis hat Bremer auch seine Kreativteams gebrieft. Das Motto lautet: "We statt Me". Integriert arbeiten aber wollen und können sie schon. Der Markt goutiere das, heißt es.

Business-Ideen statt bloß Storytelling

Die Sorgenkinder der Agentur, allen voran Düsseldorf und Frankfurt, hätten sich so stabilisiert, sagt CEO Chaichana Sinthuaree, ohne genaue Zahlen zu nennen. Verluste jedenfalls schreibe man nicht (mehr?). Jetzt gehe es darum, die kreative Schlagzahl der Agentur zu erhöhen, die neben der Top 5 im Kreativranking - 2018 hat es nur für Rang 12 gereicht - auch einen Platz im "Fast Company Index" der innovativsten Unternehmen weltweit erobern will als Creative Company für innovative Produkte. Das soll das Ende der klassischen Werbeagentur Ogilvy sein. Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen W&V (EVT: 3. Dezember). Zur Einzelheftbestellung geht's hier.

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