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Plagiatsvorwurf
One Girl, One Cup - alles nur geklaut?

Auf Instagram hat sich eine Kreative über Scholz & Friends beschwert. Die Idee für die jüngste Kampagne von The Female Company stamme von ihr. Sie habe sie bei der Bewerbung vorgestellt. Scholz & Friends dementiert.

Text: W&V Redaktion

19. Juni 2020

Szene aus dem jüngsten Spot für The Female Company.
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Im Januar hat sich die junge Kreative bei Scholz & Friends vorgestellt und dabei auch Ideen für Briefings auf Bestandskunden präsentiert. Nicht unüblich, das Verfahren. Jetzt beschwert sie sich auf ihrem Instagram-Kanal, die Agentur habe ihre Idee für The Female Companys PornHub-Kampagne "One Girl, One Cup" gestohlen. Pavlina Vlachopoulou, so ihr Name, weist das mit Fotos nach.

Schockierte Fangemeinde

The Female Company, Hersteller von Bio-Tampons und Verfechterin einer offen gelebten weiblichen Sexualität, hat die Anwendung einer Menstruationstasse auf PornHub erklärt. Wo auch sonst? Auf den sozialen Medien gilt so ein Tutorial als Pornografie und wird sofort zensiert. Selbst von PornHub wurde das Video zunächst entfernt. Scholz & Friends hat das Ganze umgesetzt.

Wir erinnern uns: Schon mit dem Tampon-Book haben The Female Company und Scholz & Friends nicht nur weltweit kreative Erfolge auf den Festivals dieser Welt gefeiert, sondern auch vieles bewegt. Der Mehrwertsteuersatz für Tampons ging ja tatsächlich von 19 auf 7 Prozent runter. Wer mit diesem Unternehmen zusammenarbeitet, kann sich also Meriten verdienen.

Hier der Instagram-Post von Pavlina Vlachopoulou:

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Der Beitrag zeigt auf, dass die Kreative tatsächlich vorgeschlagen hat, die Benutzung einer Menstruationstasse auf PornHub zu zeigen. Die Follower von Vlachopolou reagieren schockiert, wundern sich aber nicht wirklich über das Vorgehen der Agentur. "Meist unterschreibt man beim Probearbeiten eine Vereinbarung, deshalb kann man bei 'Ideenklau' dann auch nix machen", schreibt @edgybedgy. Das sei ähnlich wie beim Pitchen. Die meisten verlangen nach einer Erklärung von Scholz & Friends.

Die Agentur erklärt sich

Und die kommt prompt. Die Agentur, so eine Sprecherin, habe die Faktenklage geprüft. "Es wurde keine Idee geklaut." Im Rahmen eines Bewerbungsprozesses, einem Copy Test, hätten zwei Kreative just die gleiche Idee gehabt. Aufgabe des Briefings war es, eine "provokante PR- und Media-Idee" für die Bewerbung von Menstruationstassen zu entwickeln. Eine Werberin sei eingestellt worden, sie arbeitet heute als Junior Copy Writer für Scholz & Friends.

Vlachopoulou konnte die Agentur leider kein Angebot für eine Anstellung machen. Sie war mit ihrer Idee auch später dran. Das alles sei schriftlich dokumentiert.

"Wir bedauern sehr, dass durch diesen Zufall bei Pavlina ein falscher Eindruck entstehen konnte. Auch, weil wir dieses Missverständnis hätten verhindern können, wenn wir Pavlina vor Veröffentlichung noch einmal über die Doppelschöpfung informiert hätten. Dass ihr Konzept der jetzt realisierten Kampagne so ähnlich ist, spricht nicht nur für die Stärke der Idee, sondern auch für ihre Qualität als Kreative", so die Sprecherin weiter. "Daher möchten wir sie gerne, falls das Pavlinas Wunsch entspricht, in die künftigen Credits der Kampagne aufnehmen. Zugleich würden wir uns über ein Gespräch mit Pavlina und allen anderen Beteiligten freuen. "

Für dieses Gespräch war die Betroffene aber wohl bislang nicht erreichbar.

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Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.

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