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& The Network
Per Pedersen gründet Independent-Network

Greys Chefkreativer ist zurück. 2019 war Per Pedersen nach 30 Jahren als Global Creative Chairman ausgestiegen. Jetzt präsentiert er & The Network, ein Zusammenschluss unabhängiger Kreativagenturen. Aus Deutschland ist Amsterdam Berlin dabei.

Text: W&V Redaktion

15. Oktober 2020

Per Pedersen hat für sein & The Network Kreative aus der ganzen Welt zusammengeführt.
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Nach drei Jahrzehnten hat der Gute wohl genug von Werbung. Dachten viele. Tatsächlich hat sich Per Pedersen, als er vergangenen Herbst seinen Hut nahm, einfach gefragt, wie mensch in Zeiten von Corona und Turbo-Digitalisierung Kommunikation besser machen kann - so dass alle auch Spaß bei der Arbeit haben.

Pedersen ist mit 500 Awards Greys meistausgezeichneter Kreativer, zuletzt war er Global Creative Chairman der Agenturgruppe. Auch in Düsseldorf war er schon, auch wenn das Jahr als Kreativchef dort sicher nicht zu seinen besten Stationen zählt.

"Ich habe mich oft gefragt, ob ich in einem Network noch am richtigen Platz bin", sagt der Däne. "Bei & The Network haben wir kein schickes Headquarter, keine Manager mit fetten Gehältern und keine Horde von Controllern. Stattdessen sind wir alle besessen von großen Ideen."

Das bessere Network

Wo aber bleibt die Kreation? Gerade in der Coronakrise hätten viele Kreative ihren Job verloren. Dabei seien sie doch das Herz einer jeden Agentur. Und wie lasse sich Kommunikation in einer immer komplexer werdenden Medienwelt organisieren? Seine Antwort nach einigen Monaten Bedenkzeit: mit einem Network unabhängiger Kreativagenturen, die für Pitches und auf Kundenprojekten je nach Bedarf mit Customized-Teams zusammenarbeiten - und das über alle nationalen Grenzen hinweg.

Zu den angebotenen Disziplinen gehören Entertainment, Musik, Experience, Digitales und Tech. Kollaboration liegt im Trend: Denn nicht jeder kann alles. & The Network sei besser als jedes Network, meint Pedersen: Denn deren Einheiten kooperierten seiner Erfahrung nach nicht wirklich miteinander, nicht mal auf nationaler Ebene; das stehe lediglich auf dem Papier.

Sechzehn Agenturen vereint & The Network, aus Deutschland ist Amsterdam Berlin dabei, die Agentur um Moritz Grub. Er habe sich zunächst gegen die Idee gewehrt, gibt der Agenturchef zu, "weil ich um unseren kreativen Standard fürchtete". Aber als er die Kolleg*innen aus aller Welt dann nach und nach kennenlernen durfte, sei er ganz begeistert von der Energie und deren Spirit gewesen. Die Agenturen brächten alle ihr ganz eigenes Knowhow ein, das erweitere - im Dienste des Kunden - die Perspektive.

Einfache Rechnung

Jedes Mitglied hält fünf Prozent an & The Network. Wer den Kunden in die Kollaboration einbringt, hat den Lead. Alle anderen Firmen, die die Leadagentur beschäftigt, stellen ihr eine Rechnung.

Stephanie Vander Werf aus Panama.

Geführt wird das von Pedersen gegründete Konstrukt von einem fünfköpfigen Board, dem neben dem Gründer selbst als Chairman Andrea Stillacci, CEO & Founder von Herezie in Paris, Stephanie Vander Werf, Co-Founder von Libre, Panama City, Tanya De Poli, Co-Founder von Founders in Miami, und Peter Grasse, Founder & Producer von Mr+Positive in Tokyo, angehören. "Die sind jetzt meine Chefs", sagt Pedersen, "und ich kann mich auf die Arbeit konzentrieren." Denn nach wie vor arbeitet der gediente Kreative operativ auf Kunden.

A propos: Erste Aufträge betreut & The Network bereits. Welche das sind, wollen die Werber aber noch nicht verraten. "Wir haben hier wirklich global ein Dreamteam mit den besten Kreativen zusammengestellt, die ich im Laufe meines Berufslebens kennenlernen durfte", sagt Pedersen.

& The Network ist auf Wachstum angelegt. Mit der Zeit soll das Konglomerat auf maximal 30 Agenturen anwachsen. Mehr dürften es aber nicht werden, sagt Pedersen, damit das Network steuerbar bleibe.

Die Mitglieder

Zu den Partnern von & The Network gehören: Herezie (Activation) mit Sitz in Paris, Small (Fashion, Lifestyle) und The Sway Effect (PR, Social, Inflluencer) in New York, Founders (Kreaton, Digital und Social) mit Büros in Miami, Mexiko City, Buenos Aires und Kingston, Libre (Experimental Ideas, Pop Culture) in Panama City, Amsterdam Berlin (Strategie, Kreation) aus Amsterdam und Berlin, die Digitalagentur Rehab und Free Turn (Entertainment, Branded Content), beide London, Worth Your While (Kreation, Design) in Kopenhagen, die Designer von White Rabbit in Budapest, die Tech-Agentur Ostrich Co. in Toronto sowie die Filmproduktion Mr+Positive in Tokio und Seoul.

Tanya de Poli aus Miami.

Außerdem haben sich dem Network einige Neugründungen angeschlossen wie Marvin (Musik) in Los Angeles, _2045 (Narrative) in Barcelona, Shelly Beach Motorcycle Club (Creative Ideas, Hospitality) in Sydney und Farm (Nachhaltigkeit) in Stockholm und Helsinki. Alles in allem bringen sie es auf über 400 Kreative und 35 Nationalitäten.

Zur Coronakrise lesen Sie hier im Live-Blog:

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Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.

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