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Pinker Pudel würdigt Werbekampagnen
Pinkstinks adeln Lidl und Opel, rüffeln aber Hornbach

Der Pinke Pudel belohnt Werbekampagnen, die mit Rollenstereotypen brechen. Lidl und Überground sowie Opel und Vice Media haben ihn verdient. Hornbach und Heimat ecken dagegen an. 

Text: W&V Redaktion

4. April 2019

Wenn Papa mit dem Nachwuchs zu Lidl fährt ... Dann steckt Überground dahinter.
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Mit positiver Energie Sexismus bekämpfen: Aus dieser Idee entstand bei Pinkstinks vor mehr als einem Jahr gemeinsam mit dem Gesamtverband Kommunikationsagenturen die Idee, einen Positivpreis für Werbung zu vergeben.

Denn sexistische und diskriminierende Werbung anzukreiden ist das eine, zu ermutigen das andere. Der Preis Pinker Pudel soll das tun. Er prämiert Werbungtreibende und Kreative, die mit Geschlechtsrollenstereotypen brechen.

In diesem Jahr, dem zweiten Jahr der Preisvergabe, geht der Positivpreis "Pinker Pudel" an die Kreativagentur Überground und an Vice Media, geadelt werden damit die Marken Lidl und Opel.

Die Details:

Den Pinker Pudel Jurypreis erhält die Agentur Überground für die Kampagne "Lidl Wow Families". Die Begründung: "Diverse Menschen zeichnen darin ein nicht idealisiertes Bild vom Leben als Paar und Eltern. Dabei kommt die Kampagne lässig und unaufgeregt daher und präsentiert ein modernes Verständnis von Elternschaft."

Hier der Spot:

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Den Publikumspreis nimmt Vice Media für den Opel-Spot "Standard Evolved" entgegen. "Das Video zeigt alternative und zeitgemäße Lebensrealitäten, indem es diverse Körperbilder, ethnische Zugehörigkeiten und sexuelle Identitäten als ‚neuen deutschen Standard‘ beschreibt", heißt es zur Begründung.

Das ist der Werbefilm:

Doch es gibt  auch einen Rüffel im Umfeld der diesjähriges Preisverleihung – für den letztjährigen Pudel-Gewinner Heimat und den in der Rassismuskritik stehenden Hornbach-Spot "So riecht das Frühjahr"

Gemeint ist dieses Werk: 

"Der Spot, in dem eine asiatische Frau zwanghaft an Unterwäsche eines deutschen Gärtners schnüffelt, wird auch von Pinkstinks kritisiert", heißt es.

Pinkstinks-Geschäftsführerin Stevie Schmiedel resümiert: "Die deutsche Werbebranche hat sich in den letzten Jahren intensiv mit Sexismus beschäftigt und viel gelernt. Jetzt müssen wir auch über Rassismus reden – vielen ist nicht klar, was das eigentlich genau ist und wo er anfängt." In ihrer Rede auf der Preisverleihung am Donnerstagabend hat Schmiedel an die Gäste aus der Werbebranche appelliert, sich ihrer Verantwortung in einem immer mehr zum Populismus tendierenden Europa bewusst zu werden.

Übrigens: Moderne, mit Geschlechterklischees brechende Kampagnen sind in Deutschland laut Pinkstinks noch immer selten. Während die Organisation zwischen 2017 und heute knapp 4000 sexistische Werbeanzeigen zählte, standen für den Pinken Pudel nur 25 progressive Werbekampagnen zur Wahl.

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