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International
Publicis-Gruppe reanimiert Marke Razorfish

Seit der Implementierung der "Power of One"-Strategie nimmt bei Publicis die Bedeutung der Agentur-Einzelmarken immer mehr ab. Umso überraschender nun die Ankündigung, dass jetzt Razorfish wiederbelebt wird.

Text: W&V Redaktion

15. Januar 2020

Die bereits eingemottete Agenturmarke Razorfish kommt bald zu neuen Ehren.
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Vor über einem Jahr verschwand die Marke Razorfish sang- und klanglos. Schon lange davor lag die Digitalagentur am Boden, was bei Publicis zu einer Milliarden-Abschreibung und in der entsprechenden Sparte auch zu zahlreichen Entlassungen führte.

Vor etwas mehr als zehn Jahren hatte Publicis die Agentur Razorfish für 530 Millionen US-Dollar von Microsoft übernommen (die in Deutschland tätige Razorfish-Tochter hieß damals Neue Digitale). Dass die "Power of One"-Holding Publicis jetzt die alte Agenturmarke Razorfish tatsächlich wiederbeleben will, kommt mehr als überraschend. Und dürfte wohl mit der milliardenschweren Übernahme des Data-Marketing-Riesen Epsilon zusammenhängen.

Angesiedelt ist die "neue" Razorfish erstaunlicherweise nicht in der Digitalsparte Publicis Sapient, sondern in der Kommunikations-Sparte Publicis Communications. Die Agenturführung erklärt das gegenüber dem US-Dienst Adweek damit, dass sich Publicis Sapient hauptsächlich um Business Transformation kümmere und Publicis Communications um die Transformation des Marketings. Dabei spielten Daten eine entscheidende Rolle, und hierfür stehe die Marke Razorfish.

Geführt wird die Agentur Razorfish künftig von Josh Campo, der auf rund 1000 Mitarbeiter an 14 US-Standorten zurückgreifen kann.

Publicis Deutschland ist davon aber nicht betroffen: Hier wurde ja erst im vergangenen November die Kommunikations-Sparte mit der Media-Sparte zusammengelegt. Laut Publicis-Sprecherin Nicole Karepin betrifft die Nachricht ausschließlich den nordamerikanischen Markt.


Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

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