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Klimaschutz-Maßnahme
Richel Stauss verzichtet auf Inlandsflüge

Die Berliner Agentur Richel Stauss will aktiv etwas für den Klimaschutz tun und geschäftliche Flüge vermeiden. Stattdessen gibt's Videokonferenzen und Bahnreisen.

Text: W&V Redaktion

9. Mai 2019

Frank Stauss und Mathias Richel sowie ihre Mitarbeiter wollen auf Kurzstreckenflüge verzichten.
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Kaum ein Unternehmen kann es sich heute aufgrund aktueller Klimadebatten noch erlauben, nicht nachhaltig zu handeln. Es werden ÖPNV-Tickets für die Mitarbeiter gezahlt, Job-Fahrräder bezuschusst oder Bahncards angeschafft. Auch die Berliner Agentur Richel Stauss will mehr für den Klimaschutz tun und verzichtet jetzt auf alle innerdeutschen Flüge zu Kundenterminen.

Bisher absolviert ein Geschäftsführer der Agentur je nach aktueller Kundengeographie 50 bis 80 innerdeutschen Flüge pro Jahr. "Wir steigen in ein Flugzeug wie in die Straßenbahn. Oder, ehrlich gesagt, wesentlich häufiger als in die Straßenbahn", sagt Frank Stauss.

Damit soll nun Schluss sein. Das viele Fliegen mache keinen Sinn und vor allem das Klima kaputt. Kurzstrecken sollen künftig per Bahn absolviert werden. "Wir werden selbst vor Umsteigeverbindungen nicht mehr zurückschrecken, obwohl die Bahn viel zur Förderung des innerdeutschen Flugverkehrs beigetragen hat", so Mathias Richel. Den Kunden habe man das mitgeteilt und darum gebeten, dies bei Meetingplanungen zu berücksichtigen.

Video statt Kurzstrecke

Meetingtools wie Videokonferenzen und HangOuts sollen künftig ein persönliches Zusammentreffen mit Kunden ersetzen. Und wo ein echtes Treffen erforderlich ist, wird mit dem Zug gefahren. So der Plan.

Dennoch seien sie keine Heiligen und wollen auch in Zukunft in den Urlaub fliegen oder einen Konferenztermin in Madrid nicht mit dem Zug absolvieren. "Aber wir werden die Kurzstrecke in Zukunft sein lassen", sind sich die Geschäftsführer einig.

Und sie rufen zum Mitmachen auf: "Wir sprechen nur für uns und unser Team, würden uns aber freuen, wenn noch mehr Kolleginnen und Kollegen, Kunden, Politiker, Manager, Journalisten sich abstimmen, um künftige Kurzstreckenflüge auf ein Minimum zu beschränken oder ganz sein zu lassen. Es geht anders und es gibt schlimmeres als einen ICE. Ryanair, zum Beispiel."

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