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Bilanz 2017/18
Serviceplan-Strategie: Jetzt wird konsolidiert

Die Kreation stagniert, dafür läuft das Auslandsgeschäft prima. Serviceplan schließt das Geschäftsjahr mit 415 Mio. Euro Honorarvolumen ab. Bei der Internationalisierung will die Agenturgruppe jetzt aber erstmal auf die Bremse treten.

Text: W&V Redaktion

23. Juli 2018

In New York hat Serviceplan im Mai ein neues Büro eröffnet.
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Die Serviceplan-Gruppe, Europas größte inhabergeführte Agentur, ist 2017/2018 erneut gewachsen. Für das 47. Geschäftsjahr, das am 1. Juli 2017 begann und am 30. Juni 2018 endete, legt die Gruppe am Montag die Zahlen vor. Sie weisen ein Plus von sieben Prozent aus (Vorjahr: 14 Prozent). Die Gruppe erzielte ein Gross Income (Honorare und Provisionen) von 415 Mio. Euro (2016/2017: 388 Mio. Euro). Auch das Personal wurde im vergangenen Geschäftsjahr ausgebaut. Zurzeit beschäftigt die Agentur rund 4000 Mitarbeiter weltweit - 600 mehr als im Vorjahr. Der Anstieg ergibt sich vor allem aus dem Ausbau der internationalen Standorte. Der Pro-Kopf-Umsatz liegt bei knapp 104.000 Euro (2016/2017: 114.000 Euro). Der internationale Umsatz beläuft sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 91 Mio. Euro – das entspricht einer Steigerung von 9,6 Prozent. 2016/17 lag er bei 83 Mio. Euro.

Florian Haller, Hauptgeschäftsführer der Serviceplan-Gruppe, ist zufrieden mit dem Ergebnis. Schließlich bringe es die gesamte deutsche Kommunikationsbranche nur auf ein Prozent Wachstum, die Umsätze mancher Networks seien sogar rückläufig. Und die Kreationssparte mit Serviceplan? Sie stagniere, ja. Aber da wirkten sich eben die Etatverluste von Saturn und Lufthansa (Dialog) aus. "Wir haben sie inzwischen kompensiert." Weltweit hat Serviceplan Etats verteidigt, ausgebaut oder hinzugewonnen, so in Deutschland Beck’s, Bosch Siemens Hausgeräte, Schwäbisch-Hall, Dr. Beckmann und MAN, international auch Tencent (China), Ferrero (Italien), Auchan (Frankreich) und Netflix (Spanien). Der Verlust von BMW Motorsport dürfte sich erst 2018/2019 bemerkbar machen.

Alle Unternehmensbereiche der Agenturgruppe konnten Zuwachsraten verzeichnen bzw. ihr Umsatzniveau halten. Stärkste Säule ist in diesem Geschäftsjahr die unter der Marke Plan.Net geführte Agenturgruppe für digitale Kommunikation. Sie steuert mit 103 Mio. Euro 25 Prozent zum Gesamtumsatz der Gruppe bei (2017/2018: 98 Mio. Euro). Darauf folgen Mediaplus (94 Mio. Euro; 2017/2018: 88 Mio. Euro) und Serviceplan (92 Mio. Euro; 2017/2018: 92 Mio. Euro). Über die Profitabilität der einzelnen Säulen schweigt sich die Agenturgruppe aus.

Die internationale Expansion stoppt, erstmal konsolidieren

Ansonsten war Serviceplan im vergangenen Jahr vor allem mit der eigenen Internationalisierung beschäfigt. Die jüngste Dependance entstand im Mai in New York; dank einiger Kooperationen mit Partneragenturen ist die Gruppe inzwischen auch in UK und Lateinamerika vertreten. Die Eröffnung des Büros in New York, ein persönlicher Traum Hallers, bildet den vorläufigen Abschluss der Expansion.

Serviceplan wird sich jetzt erst einmal darauf konzentrieren, an allen Standorten Häuser der Kommunikation auf- und auszubauen mit Serviceplan, Mediaplus und Plan.Net, wie es sie schon in Wien, Zürich, Mailand, Brüssel, Dubai, Paris, Lyon, Moskau und Madrid gibt, um wirklich integrierte Kommunikation anbieten zu können. Haller sagt: "Wir wachsen ab sofort erstmal nur noch in die Tiefe, nicht in die Breite." Konsolidierung ist angesagt.

Internationale Präsenz der Serviceplan-Gruppe

Anvisiert ist für 2018/2019 ein ähnliches Umsatzwachstum wie für dieses Jahr zwischen fünf und zehn Prozent. Die Digitalisierung und die Internationalisierung böten dafür genügend Potenzial – es sei denn und das ist das Risiko – der Protektionismus der USA und Chinas führten zu weiteren Handelshemmnissen. Die Sprunghaftigkeit des US-Präsidenten sei für unternehmerisches Handeln wirklich nicht hilfreich. Dazu kämen die Sanktionen gegen Iran und Russland, wichtigen Handelspartnern, die Haller ablehnt.

Mehr zur Serviceplan-Bilanz lesen sie im aktuellen Heft 30/2018.

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