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Bilanz 2018/2019
Serviceplan trotzt dem schwierigen Marktumfeld

Die Serviceplan-Gruppe wächst mit 442 Mio. Euro Honorarvolumen um sieben Prozent. Weil die Kunden sparen, gibt die Agentur nur eine bescheidene Wachstumsprognose heraus.

Text: W&V Redaktion

24. Juli 2019

Florian Haller ist stolz auf die Bilanz seiner Agentur. Das liege am schwierigen Marktumfeld.
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Florian Haller kann zufrieden sein - wie jedes Jahr. Serviceplan wächst über dem Marktdurchschnitt. Der Hauptgeschäftsführer der Agenturgruppe führt für Europas größte inhabergeführte Agenturgruppe ein globales Honorarvolumen von 442 Mio. Euro für das abgelaufende Geschäftsfjahr an, das am 30. Juni endete. Das ist ein Umsatzplus von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2017/18: 415 Mio. Euro).

In Deutschland ergibt sich bei einem Honorarvolumen von 337 Mio. Euro ein Umsatzplus von 4 Prozent (2017/18: 324 Mio. Euro). Mit einem 18 Mio. Euro trägt die Saint Elmo's-Gruppe 4 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Damit liegt die Serviceplan-Gruppe deutlich über dem durchschnittlichen Umsatzplus der hiesigen Werbe- und Kommunikationsagenturen, das im GWA-Frühjahrsmonitor für 2018 mit 0,56 Prozent angesetzt wurde.

Die Welt im Umbruch

Dabei sind die Rahmenbedingungen mehr als schwierig. Kunden halten sich ob der welt- und wirtschaftspolitischen Unwägbarkeiten vor allem in der Auto-, Finanz-, Medienbranche zurück mit Investitionen, kürzen ihre Budgets, stärken lieber inhouse ihr Digitalknowhow. Gleichzeitig muss das Geld auf mehrere Spezialdisziplinen aufgeteilt werden, denn Kommunikation wird immer komplexer. "Wenn Sie mich fragen, ist unsere Konjunktur rückläufig", sagt Haller.

Serviceplan hat mit Neugeschäft, Investitionen ins Digitalgeschäft und die Internationalisierung ihr eigenes Wachstum geschaffen. Über 350 Etats stehen global auf der Liste mit neuen und verteidigten Etats von Kunden, die die Agenturgruppe mit ihren 24 Häusern der Kommunikation (Serviceplan für Werbung, Plan.Net für Digitales/Technologie und Mediaplus für Media) in Europa, Amerika und Asien sowohl in Einzeldisziplinen wie integriert bedienen kann. In Deutschland gehören dazu unter anderem HSE24, Linkedin, Lufthansa, Calzedonia, Flughafen München, Hans im Glück, Weber Grill und Airbnb.

Haus der Kommunikation, Digitalisierung, Internationalisierung

Über 60 Prozent des Geschäfts macht die Agenturgruppe inzwischen mit Digitalem, die Klassik dagegen schwächselt seit Jahren - eine Folge der Marktentwicklung. Plan.Net und Serviceplan werden trotzdem weiterhin getrennt agieren, auch wenn sie eng zusammenarbeiten und in Deutschland sogar die Kreativagenturen Plan.Net Campaign und Serviceplan Campaign X zusammengelegt wurden. Schule soll das auf Gruppenebene nicht machen.

International ist Serviceplan um 15 Prozent gewachsen, der internationale Honorarumsatz der Gruppe mit ihren 4.200 Mitarbeitern weltweit betrug im vergangenen Geschäftsjahr 105 Mio. Euro (2017/2018: 91 Mio. Euro). Nach der Eröffnung in New York, die nicht reibungslos verlief, will sich Serviceplan auf das bestehende Sortiment konzentrieren, ausbauen, was besteht.

In einem Zusammenhang stehe das aber nicht, sagt Haller. "Aller Anfang ist schwer. New York ist der härteste Werbemarkt der Welt, niemand hat auf Serviceplan gewartet." Natürlich sei der Teamwechsel vor Ort nicht gewollt gewesen, aber so etwas passiere eben. New York soll wie alle Häuser der Kommunikation organisch wachsen; das ist die Devise für 2019/2020. Akquisen wird es nur ausnahmsweise geben.

Kreative Bilanz: Top außer in Cannes und beim ADC

Entspannt blickt der Agenturchef auch auf die Kreativbilanz des vergangenen Geschäftsjahres. Er sei besonders stolz auf den Titel "Independent Agency of the Year" der New York Festivals. In Frankreich sei Serviceplan Agentur des Jahres geworden, beim Deutschen Mediapreis habe Mediaplus die meisten Preise gewonnen, Plan.Net Platz zwei im BVDW-Ranking erreicht.

Dass es in Cannes nur sechs Löwen waren, beim ADC lediglich für Rang 7 reichte - geschenkt. "Es gibt solche und solche Jahre", sagt Florian Haller, zumal seine Agentur ja nicht nur jedes zweite Jahr einreiche wie Jung von Matt, Scholz & Friends oder Antoni. "Das verzerrt den Wettbewerb."

Vorsichtige Prognosen für 2019/2020

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet die Agentur ein Wachstum von fünf Prozent. Damit gibt Haller bescheidenere Prognosen als vor einem Jahr aus, als er noch mit fünf bis zehn Prozent rechnete. "Mit den Entwicklungen im Markt wären schon fünf Prozent toll", sagt er.

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