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Die Zeit
Sexismus-Vorwürfe gegen Scholz & Friends

Die Zeit berichtet am Donnerstag über Sexismus-Vorwürfe gegen die Agenturgruppe Scholz & Friends. Am Mittwochvormittag hatte das Unternehmen zahlreiche Personalien verkündet - alles Frauen.

Text: W&V Redaktion

5. August 2020

Frank-Michael Schmidt, der CEO der Scholz & Friends Group.
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Die Werbeagentur Scholz & Friends arbeitet zurzeit zahlreiche interne Sexismus-Vorwürfe auf. "In einigen der genannten Fälle hätte früher und härter reagiert werden müssen. Da gibt es nichts schönzureden", sagt Frank-Michael Schmidt, der CEO der Scholz & Friends Group, der Wochenzeitung Die Zeit. Auch sei klar geworden, dass Scholz & Friends an den systemischen Ursachen für solche Vorfälle arbeiten müsse.

Nach Recherchen der Zeitung gab es bei Scholz & Friends in den vergangenen Jahren eine Reihe von Vorfällen, bei denen sich Führungskräfte herabwürdigend gegenüber Mitarbeiterinnen und Frauen im Allgemeinen äußerten oder durch ihr Fehlverhalten auffielen. So entblößte ein leitender Kreativer im Dezember 2017 auf einer Weihnachtsfeier des Berliner Büros sein Geschlechtsteil.

Frauen in die Chefetage

Scholz & Friends verspricht nun Aufklärung: "Wir wollen den Scheinwerfer in jede Ecke leuchten", sagt CEO Frank-Michael Schmidt der Zeit. 

Die ehemalige Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, soll die Agentur in den kommenden Monaten beraten. Daneben habe ein externes Institut eine Befragung unter den Beschäftigten durchgeführt, die derzeit ausgewertet werde. Außerdem will Scholz & Friends in das höchste Führungsgremium der Agentur zwei Frauen neu berufen. 

Diese Personalien hatte Scholz & Friends rund 24 Stunden vor dem Erscheinen verkündet, ohne die Vorwürfe zu erwähnen. Zum September werden Catherine Gaudry und Christiane Stöhr in das Partnerboard berufen, dem höchsten Managementgremium der Group. Zeitgleich wird Nele Schnieder zur Geschäftsführerin in Berlin, dem größten Standort der Agentur, befördert.

Mehr Diversity

Catherine Gaudry übernimmt im Partnerboard die Verantwortung für den Bereich "Diversity, Equity & Inclusion". Sie ist seit 2017 für Scholz & Friends als Head of Talent and Transformation und Managing Director International Business tätig. In ihrer neuen Position im Partnerboard soll sie gruppenweit die Themen Diversität, Gleichstellung und Inklusion vorantreiben, so Scholz & Friends.

Christiane Stöhr wird im Partnerboard die Themen Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung vertreten. Als Mitgründerin der CR-Beratung Scholz & Friends Reputation wird sie künftig das strategische und kommunikative Beratungsangebot rund um die immer bedeutender werdende nachhaltige Transformation der Wirtschaft auf Gruppenebene weiter entwickeln.

Nele Schnieder wird als Geschäftsführerin von Scholz & Friends Berlin die strategischen "People & Culture"-Themen verantworten und sie auf oberster Ebene des Standorts repräsentieren. Gleichzeitig übernimmt sie weiterhin gruppenweite Aufgaben zur Koordination der Personal- und Entwicklungsarbeit der Scholz & Friends Group.

Erst mal stillhalten

Scholz & Friends fühlt sich durch den Artikel in der "Zeit" aus mehreren Gründen nicht korrekt wiedergegeben beziehungseise dargestellt. Die Gruppe behält sich mögliche Schritte vor und will sich solange nicht weiter öffentlich dazu äußern. Ein mit W&V vereinbartes Interview wurde daher wieder zurückgezogen. Die Betroffenheit aber auch die Verärgerung in der Agentur ist groß.

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Autor: W&V Redaktion

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