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Agenturkultur
So arbeitet es sich bei ... Diffferent

Die Agentur Different erntet die Früchte ihrer Arbeit auch mal auf der hauseigenen Dachterrasse in Berlin. Und für jeden gibt es ein fixes, gut dotiertes Weiterbildungsbudget.

Text: W&V Redaktion

26. Februar 2019

Kim Neikes von Diffferent.
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Wie es den Mitarbeitern geht - das erhebt Diffferent regelmäßig mit dem Happiness-Index. Deswegen empfehlen die Mitarbeiter (genannt "fffriends") gern ihre Agentur weiter. Ein Fünftel der offenen Stellen werden über Mitarbeiterempfehlungen besetzt, erzählt, Kim Neikes, die HR-Chefin der Agentur.
Nummer 65 der Agenturporträts.

Gibt es in Ihrer Agentur Berufsfelder und Jobs, die lange unbesetzt bleiben und für die Sie händeringend nach Personal suchen?

Ab und an kommt es schon vor, dass wir für eine Stelle etwas länger auf der Suche nach der passenden Besetzung sind. Das liegt dann daran, dass wir nicht nur schauen, ob eine Person fachlich, sondern auch auf der menschlichen Ebene ins Team passt.

Das Zusammenspiel dieser beiden Aspekte ist uns bei der Besetzung sehr wichtig. Das sagen alle, wir meinen es aber auch so. Bei uns ist der Name Programm.

Wenn ja, wie lange sind die Stellen unbesetzt? Und was machen Sie, um genau dort Leute zu finden?

Sollten wir nach ganz speziellen Kompetenzen suchen, dann gehen wir über eine gezielte Direktansprache. Und wir rühren auch intern die Werbetrommel. Jeder Mitarbeiter kann über unser "Refer-a-fffriend"-Programm Freunde und Bekannte empfehlen und hat bei erfolgreicher Einstellung des vorgeschlagenen Kandidaten einen Wunsch frei – die Wunschkategorie richtet sich dabei nach dem Level der besetzten Position. Wir vertrauen der Spürnase unserer Mitarbeiter extrem.

Denn kluge Leute umgeben sich auch mit anderen klugen Leuten. Letztes Jahr haben wir circa ein Fünftel unserer Stellen über Empfehlungen besetzt. Dabei wurden vom Escape-Game-Gutschein über ein neues Bett bis hin zum Sterne-Dinner verschiedenste Wünsche erfüllt. 

Haben Sie ein Patentrezept für die Bildung einer starken Arbeitgebermarke gefunden?

Klar! Das steht gleich neben unserem heiligen Gral. Nein, im Ernst: Ein Patentrezept gibt es nicht. Wir setzen extrem stark auf Vertrauen, auf Eigeninitiative, auf Transparenz, auf ein ehrliches Interesse am Gegenüber und natürlich auf eine extrem spannende und anspruchsvolle Projektlandschaft. Und der Rest ist – so blöd das vielleicht klingen mag – Magie und Feenstaub.

Die meisten Dinge entstehen einfach aus dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Charaktere – der Diffferent-Mischung eben. Wir haben nie versucht, das komplett zu dechiffrieren. Denn dann ginge es wahrscheinlich kaputt.

Was tun Sie konkret zur Mitarbeiterbindung? Gibt es bei Ihnen die Möglichkeiten zu

a, Home-Office 

Ja – natürlich immer nach gesundem Menschenverstand.

b, Sabbaticals  

Nach drei Jahren an Bord, bieten wir unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, eine bis zu dreimonatige Auszeit einzulegen und die Batterien wieder aufzuladen.

c, flexiblen Urlaubszeiten pro Jahr

Unsere Mitarbeiter können ihren Urlaub grundsätzlich frei einteilen. Nur im vierten Quartal gibt es einige Vorgaben. Diese dienen zum einen dazu, die Projektauslastung in den umsatzstärksten Monaten besser steuern zu können. Zum anderen wollen wir damit sicherstellen, dass unsere Mitarbeiter auch unterjährig ihre Erholung finden.

d, flexible Arbeitszeiten

Wir ermöglichen – unter Berücksichtigung der Kundenrealitäten – flexible Arbeitszeiten. Natürlich immer in Absprache mit den jeweiligen Teams.

e, Job-Tausch mit anderen Niederlassungen, bzw. Partner-Unternehmen

Zwischen unseren zwei Diffferent-Standorten in Berlin und München ist ein Job-Tausch möglich. Innerhalb der Syzygy-Gruppe haben wir im letzten Jahr einwöchige Austauschprogramme gestartet: Während der Expat-Week haben unsere Mitarbeiter die Möglichkeit, das Team einer anderen Syzygy-Tochter zu besuchen, um dort bei und mit den neuen Kollegen zu arbeiten.

Konkret nutzt der "Expat" in dieser Woche 60 Prozent seiner Zeit für seine ganz normale Arbeit. Der Rest ist für Kaffeemaschinengespräche und das Kennenlernen der Projekte des Gastgeberteams reserviert.

f, Möglichkeiten für eigene Herzensprojekte außerhalb des bezahlten Kundengeschäfts?

Wir arbeiten immer mal wieder pro bono und auch Herzensprojekte sind uns sehr wichtig. Allerdings haben wir hier keine Regelmäßigkeit festgelegt.

Eine feste Größe im Diffferent-Kalender ist unser Work & Travel-Programm. Jedes Jahr fahren vier Difffriends für eine Woche an einen der spannendsten Orte Europas, um Inspiration zu tanken und an einem selbst gewählten Projekt zu arbeiten. Bewerben kann sich jeder mit einer groben Idee. Die Gruppe, deren Vorschlag am überzeugendsten ist, packt die Koffer und arbeitet beim Work & Travel an ihrem Herzensthema. 

Außerdem haben wir einen Co-Working Space an unserem Standort in Berlin. Die Plätze vergeben wir bevorzugt an Herzensprojekte unserer Mitarbeiter. Dieses Jahr unter anderem an den Verein Über den Tellerrand unseres Mitarbeiters Gerrit und an das Start-Up Antemo von Kerrin.  

g, bezahlten Überstunden?

Unbezahlte Überstunden gehören bei uns nicht zum Geschäftsmodell. Wir haben eine klare Überstundenregelung mit Freizeitausgleich, auf deren Einhaltung regelmäßig geschaut wird.

Kletterwand, Baumhaus, Sterne-Kantine – was gibt es bei Ihnen an unüblichen Incentives für Mitarbeiter?

Als erstes muss da natürlich unser traumhafter Dachgarten in Berlin genannt werden. Dort kann man im Sommer bei der Arbeit oder beim Feierabendbier die Beine im Pool baumeln lassen. Die hauseigene Ernte wird von unserem Facility Manager Gert regelmäßig zu leckeren Teamessen verarbeitet.

Bei Diffferent gibt es ein ganz besonderes Wir-Gefühl. Darauf sind wir stolz und das pflegen wir. Einmal im Jahr gönnen wir uns eine gemeinsame Auszeit – die Winterfffrische. Dann besuchen wir zusammen für ein Wochenende andere Orte – mal Rügen mal Riga. Seit 2006 haben wir da schon viele schöne Fleckchen Erde gesehen.

Neben regelmäßigen Firmenfeiern stehen auch sportliche Teamevents wie Drachenbootrennen oder der B2Run auf dem Programm. Alle, denen das nicht reicht, können sich außerdem ihre Urban Sports Club-Mitgliedschaft von uns bezuschussen lassen.

Für fffriends mit "little fffriends" gibt es schnell und unkompliziert Zugriff auf Kita-Plätze, die wir über eine Kooperation abrufen können. Wer innovative Lösungen für seine Kunden finden soll, muss selbst inspiriert sein. Deshalb laden wir uns in regelmäßigen Abständen spannende Menschen zum Meet the fffriends-Lunch ein, die uns Einblick in ihre (Arbeits-)Welt geben und neue Impulse für unsere Arbeit mitbringen.

Für alle festen Mitarbeiter gibt es zusätzlich ein individuelles Inspirationsbudget: Jedem stehen jährlich 1000 Euro für Inspiration zur Verfügung. Ob er damit Konferenzen besucht, sich zum Yoga-Lehrer ausbilden lässt oder doch die klassische Weiterbildung besucht, ist jedem selbst überlassen.

Für gute Laune und Kuschelmomente sorgen unsere zwei Bürohunde Lottie und Felix – gut erzogene Vierbeiner sind bei uns gern gesehen.

Wie erfassen Sie die Mitarbeiterzufriedenheit? Welche Ihrer Errungenschaften sind den Mitarbeitern besonders wichtig?

Wir leben auf allen Ebenen eine ehrliche Feedbackkultur. Damit stellen wir sicher, dass Unzufriedenheiten schnell kommuniziert und angepackt werden. Wir probieren immer mal wieder neue Tools der Mitarbeiterbefragung aus, die wir gemeinsam mit dem Team entwickelt haben.

Ein Beispiel ist der Happiness-Index, der über fünf aussagekräftige Fragen ermittelt wird. Daneben gibt es Präsenz-Formate wie Fish Bowl Sessions oder Fire Side Chats. 

Natürlich führen wir auch zweimal jährlich Personalgespräche durch, für die sich der jeweilige Vorgesetzte auch Feedback anderer Teammitglieder einholt. Außerdem gibt es auch ein Führungskräftefeedback, das wiederum in die Personalgespräche des Management-Teams einfließt.

Hand aufs Herz: Wie hoch ist bei Ihnen die Frauenquote?

Unsere Frauenquote liegt bei 55 Prozent.

Wie hoch die Quote der Mitarbeiter über 45?

Derzeit liegt sie bei sieben Prozent.

Und unter 25?

Bei 18 Prozent.

Wie lang bleibt ein Mitarbeiter im Schnitt? 

Neben den Gründern, die Diffferent inzwischen seit 21 Jahren begleiten, ist unser Dienstältester auch schon knapp 20 Jahre dabei und die aktuell Dienstjüngste hat vor drei Wochen angefangen – dazwischen ist alles vertreten. Wir haben alles in allem eine sehr gesunde Bleibekultur. Aber wir bemühen uns auch, eine gesunde Trennungskultur zu entwickeln.

Bei uns begegnen sich erwachsene Menschen auf Augenhöhe, die zusammen den Großteil ihres wachen Tages verbringen wollen. Das muss in beide Richtungen passen. Die diffferent-Tür ist nicht für jeden die richtige. Aber in der Regel ist es so: Wer einmal richtig Fuß gefasst hat bei diffferent, der ist gekommen, um zu bleiben.

Clean-Desk-Policy oder ganz persönliche Schreibtische? Wie steht Ihre Agentur zu dem Thema?

Prinzipiell haben wir freie Platzwahl. Liquid Seating ermöglicht den Austausch mit Kollegen aus anderen Teams und zeitgleich effizientes Arbeiten im Projektteam. Eine Clean-Desk-Policy haben wir nicht etwa aus ästhetischen, sondern aus Vertraulichkeitsgründen. Unser Kompromiss ist: Während der Arbeitszeit darf der Tisch so persönlich sein, wie es beliebt.

Abends greift die Clean-Desk-Policy, um die Vertraulichkeitsvoraussetzungen zu gewährleisten.

Wie stehen Sie zur internen Offenlegung aller Gehälter im Unternehmen?

Wir haben komplett transparente Gehaltskorridore pro Hierarchiestufe für alle operativen Mitarbeiter und sind überzeugt, dass wir bei Diffferent ein attraktives Gesamtpaket bieten. Umgekehrt ist auch unsere Erwartungshaltung an die Mitarbeiter, also an das, was sie für dieses Gehalt leisten müssen, transparent und offen.

Ein ehrliches Quid pro Quo.

Dann wollen wir natürlich wissen: Was verdient ein Junior bei Ihnen im ersten Jahr?

Das Einstiegsgehalt für einen Strategist geht ab 2700 Euro brutto monatlich los. 

Mehr Agenturporträts, u.a. von Jung von Matt, Scholz & Friends und Serviceplan finden Sie in unserem Dossier Arbeitswelt Agenturen.

Mehr zum Thema Gehalt in Agenturen in unserem Dossier Gehalts-Check

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