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Agenturkultur
So arbeitet es sich bei ... Superunion

Unter der Marke Superunion bündelt WPP seit Januar seine Design- und Branding-Aktivitäten. Was hat Superunion als Arbeitgeber zu bieten? Fragen an Personalchefin Bianca Potapski.

Text: W&V Redaktion

19. März 2018

Bianca Potapski von Superunion.
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Superunion ist fest in weiblicher Hand. 77 Prozent Frauen arbeiten bei der Agentur. Das macht sich in vielerlei Bereichen auch im Klima bermerkbar. Bianca Potapski, Head of HR Superunion Germany, legt viel wert auf Zufriedenheit, liberales Arbeiten, viel Eigenverantwortung und toleriert "kreatives Chaos". Nummer 17 der Agentur-Porträts.

Gibt es in Ihrer Agenturgruppe Berufsfelder und Jobs, die lange unbesetzt bleiben und für die Sie händeringend nach Personal suchen? Wenn ja, wie lange sind die Stellen unbesetzt? Und was machen Sie, um genau dort Leute zu finden?

Eine Stelle zu besetzen ist immer eine Herausforderung, egal, ob es sich um eine offene Stelle im Office Management oder in der Kreation handelt und egal, auf welcher Karrierestufe. Es ist immer eine Trüffelsuche! Genau dafür nehmen wir uns aber auch viel Zeit und besetzen eine Position nur dann, wenn wir davon überzeugt sind eine Person gefunden zu haben, die sowohl die Stelle perfekt ausfüllt als auch gut für das Team ist. Wir suchen immer zuerst über unser persönliches Netzwerk und vertrauen auf Empfehlungen unserer Kontakte aus dem beruflichen Umfeld. So finden sich oft bereits geeignete Kandidaten. Unsere Fluktuation ist extrem niedrig und wir sind in der glücklichen Situation, ein sehr gutes "Word-of-Mouth"-Marketing zu haben. Damit der "frische Wind" nicht zu kurz kommt, schreiben wir proaktiv über Netzwerke wie LinkedIn und Xing interessante Personen an. Bei manchen Stellen greifen wir auch auf Head Hunter zurück – das allerdings eher bei offenen Stellen auf den höheren Hierarchieebenen.

Haben Sie ein Patentrezept für die Bildung einer starken Arbeitgebermarke gefunden? Welches ist Ihres?

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ohne Zweifel unser stärkstes Medium. Die positiven Erfahrungen und Empfehlungen unseres Teams und Ehemaliger sprechen sich herum. Für uns sind daher zufriedene und glückliche Mitarbeiter das Patentrezept.

Was tun Sie konkret zur Mitarbeiterbindung? Gibt es bei Ihnen die Möglichkeiten zu Home Office, Sabbaticals, längeren Urlauben und flexiblen Arbeitszeiten?

Home Office ist bei uns auf jeden Fall möglich, denn wir möchten, dass insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern Möglichkeiten zur Flexibilität haben, auf die sie oft angewiesen sind. Alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden mit Mobile Devices mit Serverzugriff ausgestattet und können bei Wunsch problemlos von Zuhause aus arbeiten. Wir vereinbaren für unsere Kundenprojekte gemeinsam die beste Qualität zu einem verbindlichen Zeitpunkt. Wann und wo die Ergebnisse entstehen, ist für uns nebensächlich. Unser Team ist sehr geübt darin, Absprachen auf Vertrauensbasis selbstständig umzusetzen.

Sabbaticals sind ebenfalls möglich, wir verstehen darunter aber keinen verlängerten Urlaub, sondern eben eine richtige Auszeit. Eine solche Auszeit haben wir für uns zeitlich definiert und sprechen von einem Sabbatical ab einem Zeitraum von sechs Monaten. Das heißt aber nicht, dass kürzere Abwesenheiten nicht möglich sind – dann nur eben mit einem anderen Label und anderen Bedingungen.
Urlaube werden mit dem Team abgestimmt. Drei Wochen am Stück sind bei frühzeitiger Planung jederzeit machbar und auch wenn es vier Wochen sein sollten, sprechen wir darüber und kriegen das gemeinsam hin.

Flexible Arbeitszeiten: Wenn jemand dann ins Fitnessstudio gehen möchte, wenn am wenigsten Betrieb ist und deshalb erst um 10 Uhr in die Agentur kommt, ist das total in Ordnung. Viele Kolleginnen und Kollegen aus unserem Team haben flexible Modelle. Solche individuellen Absprachen sind für alle Seiten sinnvoll und motivierend.

Job-Tausch mit anderen Niederlassungen, bzw. Partner-Unternehmen:  Schon als wir noch Brand Union waren war der Office-Austausch ein fester Bestandteil unseres Arbeitsalltags. Der Austausch auf internationaler Ebene zwischen den 23 Standorten ist wichtig, regelmäßiger geschieht der Austausch zwischen den drei deutschen Offices. Durch den Zusammenschluss zu Superunion ist der Austausch noch verstärkt in den Vordergrund gerückt. Gerade diese Möglichkeit macht das Arbeiten in einem großen Netzwerk wie dem unseren so attraktiv. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben schon in Stockholm, London, Dublin und Shanghai gearbeitet. Das ist für alle Seiten eine große Bereicherung.

Möglichkeiten für eigene Herzensprojekte außerhalb des bezahlten Kundengeschäfts:  Bei uns werden alle Teammitglieder gleichermaßen gefordert und gefördert und es ist für uns selbstverständlich, dass jede und jeder die Möglichkeit hat, sich auch außerhalb bezahlter
Kundenetats frei und kreativ zu entfalten. Häufig werden die zahlreichen internen Projekte zu persönlichen Herzensangelegenheiten. Wir pushen aber auch ganz private Projekte, wenn sie herausragend sind zum Beispiel über unsere Social Media-Kanäle, und bieten diese Möglichkeit aktiv an.

Überstunden: Durch unsere liberale Arbeitsatmosphäre und die Eigenverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen wir hier immer einen fairen Ausgleich. Das übliche Anhäufen von Überstunden in der Agenturbranche finden wir unzeitgemäß.

Kletterwand, Baumhaus, Sterne-Kantine – was gibt es bei Ihnen an unüblichen Incentives für Mitarbeiter?

Wir haben an unseren Standorten Hamburg und Berlin tolle Firmenwohnungen, die das Team nutzen kann. Durch den intensiven Austausch zwischen den deutschen Offices wird das Angebot gerne genutzt. Obst, Nervennahrung und den weltbesten Espresso müssen wir hier ja nicht erwähnen.

Wie erfassen Sie die Mitarbeiterzufriedenheit?

Wir machen regelmäßig Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit. Die konstruktive Verwendung der Auswertung ist dabei besonders wichtig. Lässt man die Ergebnisse im Sand verlaufen, ist es viel Arbeit für die eine und Frustration für die andere Seite. Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lässt sich auch gut an unserer bereits erwähnten niedrigen Fluktuation ablesen. Für uns ist das ein gutes und sicheres Zeichen dafür, dass sich das Team wohlfühlt und gerne bei uns arbeitet. Unsere flachen Hierarchien und die Politik großer Offenheit stellen sich immer wieder als sehr gewinnbringend heraus, wenn es doch mal zu Spannungen kommt. Wir haben gute Wege gefunden, schnell für alle zufriedenstellende Lösungen zu finden.

Welche Ihrer Errungenschaften sind den Mitarbeitern besonders wichtig?

Bei uns war und ist der Fokus schon immer das Miteinander. Unsere flachen Hierarchien, unsere Offenheit und Ehrlichkeit einander gegenüber sind unser wichtigstes Gut. Wenn es zu persönlichen Anliegen kommt, sind wir immer flexibel und offen – wir haben bis jetzt für jedes Problem oder Anliegen eine Lösung gefunden.

Hand aufs Herz: Wie ist bei Ihnen die Frauenquote?

Sensationelle 77 %

Wie hoch die Quote der Mitarbeiter über 45? Und unter 25?

17 % über 45 Jahre, 2,5% unter 25 Jahre.

Wie lang bleibt ein Mitarbeiter im Schnitt?

Das ist schwierig zu beantworten, da unsere Offices unterschiedlich alt sind. Fangen wir an zu zählen, seit Tobias Phleps unser CEO ist, also Sommer 2014, sind über 50 Prozent über 3 Jahre hier. Den Standort München gibt es seit 2009, dort sieht es ähnlich aus. In Hamburg haben wir viele Kolleginnen und Kollegen, die bedingt durch das lange Bestehen des Büros schon über 15 Jahre bei uns sind.

Clean-Desk-Policy oder ganz persönliche Schreibtische? Wie steht Ihre Agentur zu dem Thema?

Unsere Tische sehen nach Arbeit aus und das ist auch in Ordnung. Durch die diversen Projekte mit dem Fokus auf Produktentwicklungen und Packaging stehen viele interessante Flaschen, Packungen und Muster bei uns rum... Oft findet man auch Bilder und Fotos an den unmöglichsten Orten aufgehängt. Man könnte sagen: Es herrscht ein kreatives, stilvolles Chaos. Aber ja, wir disziplinieren uns zu regelmäßigem Aufräumen!

Wie stehen Sie zur internen Offenlegung aller Gehälter im Unternehmen?

Wir legen die Gehälter bislang nicht offen, da der Wunsch noch nicht an uns herangetragen wurde.

Dann wollen wir natürlich wissen: Was verdient ein Junior bei Ihnen im ersten Jahr?

Genug, um in Berlin, Hamburg oder München ein gutes Leben zu führen.

Mehr Agenturporträts, u.a. von Jung von Matt, Scholz & Friends und Serviceplan finden Sie in unserem Dossier Arbeitswelt Agenturen.

Mehr zum Thema Gehalt in Agenturen in unserem Dossier Gehalts-Check

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