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Human Ressources
So kämpft WPP in den USA gegen sein Diversitätsproblem

Nur 6,2 Prozent der Mitarbeiter bei WPP in den USA sind Schwarze. Im Top-Management sind es sogar nur noch 2,2 Prozent. WPP-Chef Mark Read ist auf diese Zahlen alles andere als stolz - und gelobt Besserung.

Text: Anonymous User

31. Juli 2020

Bei WPP in den USA sind nur 6,2 Prozent der Belegschaft Schwarze
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Die britische Werbe-Holding WPP hat zumindest in den USA ein Problem mit Diversität und Inklusion. Das zeigen aktuelle Daten zur US-Belegschaft. Demnach sind dort nur 6,2 Prozent der Belegschaft Schwarze, 11,7 Prozent Asiaten und 9,4 Prozent haben einen hispanoamerikanischen oder lateinamerikanischen Hintergrund. 70,2 Prozent der Mitarbeiter sind Weiße. In der Chefetage sind die Unterschiede noch eklatanter. Dort finden sich nur 2,2 Prozent Schwarze oder Afroamerikaner, 5,7 Prozent Asiaten und 5,8 Prozent Hispanics oder Lateinamerikaner. Weiße haben hier einen Anteil von 85 Prozent.

Doch die Werbe-Holding gelobt Besserung und hat ein Budget von 30 Millionen Dollar für Inklusionsprogramme und Antirassismus-Organisationen bereitgestellt. Darüber hinaus betont das Unternehmen, dass die aktuellen Daten aus dem Jahr 2018 stammen. Aktuellere Zahlen seien aufgrund von Covid-19 nicht verfügbar.

In anderen Werbe-Holdings wie Omnicom oder Havas sieht die Situation für ethische Minderheiten nicht besser aus. Allerdings hatte WPP den geringsten Anteil an Schwarzen im Top-Management. "Wir haben eine Menge Arbeit vor uns", lässt WPP-CEO Mark Read in einem Statement wissen. "Wir sind nicht stolz auf diese Zahlen." Künftig wolle man ein robusteres, zentralisiertes System schaffen, um Daten zur Ethnizität zu erfassen. Diese sollen jährlich innerhalb des "Sustainability Reports" veröffentlicht werden.

Schwarze fordern mehr Präsenz in der Werbeindustrie

Bereits im Juni machten 600 Schwarze aus der Werbeindustrie in einem offenen Brief darauf aufmerksam, dass es in ihrer Branche dringenden Handlungsbedarf gebe und veröffentlichte zwölf Maßnahmen, um die Situation zu verändern. WPP erklärte sich schon damals dazu bereit, diese Vorschläge umsetzen zu wollen. 

Darüber hinaus hat die Holding in den vergangenen Monaten Initiativen ergriffen, um bei der Anstellung von Hochschulabsolventen ein diversifiziertes Spektrum an Kandidaten ansprechen zu können. So bietet WPP mit "NextGen Leaders" eine neue Serie an virtuellen Lernprogrammen für Studenten und Absolventen an und kooperiert mit über 300 Colleges und Universitäten, um unterschiedlichere frühe Talente an sich zu binden.

Mitarbeiter von WPP können freiwillig an Anti-Rassismus- und Inklusions-Trainings teilnehmen, die bis zum Jahresende noch weiter ausgebaut werden sollen. Eine eigene Task Force soll sich den Herausforderungen annehmen, denen Mitarbeiter mit schwarzer Hautfarbe in Nordamerika begegnen. in der Task-Force werden Mitarbeiter unterschiedlicher Führungslevels vereint, die von Organisationen wie 3 Percent Movement, The Advertising Club of New York und Fishbowl externe Unterstützung erhalten. Schlussendlich wurde auch ein Inklusions-Council gebildet, das unterrepräsentierten Gruppen an höchster Stelle eine Stimme geben soll.


Autor: W&V Redaktion

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