Anzeige

Zum Tag der Menschenrechte
Social-Bee: Flucht zum Anfassen

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte inszeniert David+Martin den ersten Wirkungsbericht von Social-Bee. Ein Buch aus Materialien mit bewegender Geschichte.

Text: W&V Redaktion

10. Dezember 2019

Der Social-Bee-Geschäftsbericht besteht aus Materialien, die symbolisch für Flucht stehen.
Anzeige

Das in München gegründete Start-Up Social-Bee, das sich der Integration von Geflüchteten verschrieben hat, veröffentlicht anlässlich des heutigen Tages der Menschenrechte seinen ersten Wirkungsbericht. Die Printversion des 70-Seiten-starken Dokumentes ist aufwendig inszeniert und bringt dem Leser haptisch und optisch näher, was eine Flucht bedeutet.

Ein Bericht zum Anfassen

Das beginnt beim Umschlag aus Schlauchbootresten, einer Seite aus einem Stück Wärmedecke und dem Ausschnitt einer Schwimmweste. Anfassbare Belege von Meilensteinen des Integrationsprozesses in Deutschland sind: Lehrmaterial aus einem Sprachkurs ebenso wie Bewerbungsschreiben oder eine Seite zur ersten eigenen Wohnung aus Tapete.

Der Bericht für das Geschäftsjahr 2017/2018 erzählt damit nicht nur die Erfolge von Social Bee, sondern zeigt damit auch, wie der Weg nach Deutschland für Geflüchtete nach wie vor oft aussieht.

Die Idee zur Inszenierung des Wirkungsberichts stammt von David+Martin aus München. Für das Projekt reiste Gründer David Stephan mit Mitarbeiterin Sabrina Brandenburger und einer Filmcrew bestehend aus Thomas Dirnhofer, Alex Schiller und Tobias Bloier auf eigene Kosten zur griechischen Insel Chios, einem Ort an dem viele Geflüchtete stranden. Von dort aus erkundeten sie gemeinsam mit den weiteren Beteiligten die Balkanroute bis nach München auf eigene Faust.

Integration ist mehr als Bleiberecht

Eine der Haupttätigkeiten des 2016 gegründeten Social Start-Ups mit Sitz in München und Stuttgart ist die Vermittlung von Jobs. Social-Bee fungiert dabei als zwischengeschalteter Arbeitgeber, um Firmen die bürokratische Hürde bei der Einstellung zu erleichtern – ähnlich dem Zeitarbeitsfirma-Modell.

Social-Bee ist eine gemeinnützige Zeitarbeitsfirma für Geflüchtete.

Zarah Bruhn, Gründerin und Geschäftsführerin von Social-Bee: "Wir setzen uns ein für eine weltoffene Gesellschaft, in der jede und jeder eine Chance bekommt. Integration ist ein komplexer Prozess, der viele unterschiedliche Akteure miteinschließt."

Der Bericht, der nach dem Social Reporting Standard erstellt wurde, soll zeigen, wie komplex dieser Prozess wirklich ist und wie schwierig es sein kann, die Erfolge eines Integrationsdienstleisters zu messen. Beispielsweise konnten 132 Geflüchtete in Arbeit gebracht werden – das entspricht nach Wirkungslogik des SRS einer gesellschaftlichen Ersparnis von 2.216.500 Euro. Zusätzlich konnte die Anzahl der Kundenunternehmen auf 63 erhöht werden.

Der Bericht zeigt was Social-Bee gemäß dem Social Reporting Standard erreicht hat.

Andererseits verweist der Bericht auf die indirekte gesellschaftliche Wirkung, die die Arbeit des Social Start-Ups hat: Der Wissenstransfer über Mitarbeiter an andere Geflüchtete, Freunde, Kollegen und Verwandte, führt zum Abbau von Vorurteilen durch positive Erfahrungen und schafft wichtige Berührungspunkte, die für eine gelungene Integration unerlässlich sind. Den Bericht als PDF zum Runterladen gibt es hier.

Ein Begleitfilm zeigt die Route

Der Begleitfilm, der ebenfalls am heutigen Tag der Menschenrechte veröffentlicht wird, zeigt, woher die Materialien kommen. Zudem lässt er Betroffene und Hilfsorganisationen zu Wort kommen. Der Film verweist auf die für viele traumatische Erfahrung, mit der Flüchtlinge nach ihrer Ankunft in Deutschland umgehen müssen.

Das Projekt entstand in Gemeinschaftsarbeit auf pro-bono-Basis mit verschiedenen Partnern. Neben David+Martin zählen dazu unter anderem Mimycri aus Berlin, ebenfalls ein Start-Up, das Taschen aus Schlauchbootresten aus Chios fertigt und die Nachhaltigkeitsberatung Akzente. Beide Unternehmen kommen in dem Clip zu Wort, der von Friends and Fellows produziert wurde. Die Musik aus dem Video stammt von Yessian Music. Die Art Direction haben Stephanie Rodriguez, Andrea Böhm und Lisa Campo verantwortet.

Martin Eggert dankt allen weiteren Beteiligten und erklärt die Beweggründe: "Unsere Agentur hat ein halbes Jahr mit vollem Herzblut an dem Projekt gearbeitet. Es ist wichtig, solchen Themen eine große Relevanz einzuräumen und sie mit unserem Know-How und somit Reichweite zu unterstützen."

Eine Microsite zeigt alle Materialien des Wirkungsberichts und Hintergrundinformationen zur Entstehung: Das PDF des Berichts, Fotos der Printversion mit den integrierten Materialien sowie den Film zum Abruf. 100 angefertigte Unikate des Berichts werden an Förderer und Partner verteilt.


Autor: Marina Rößer

ist als Redakteurin im Agenturressort der W&V tätig. Die Diplom-Politologin hat viele Jahre in einem Start-Up gearbeitet und ist daher besonders fasziniert von innovativen Digitalthemen und kreativen Marketingstrategien. Ihre eigene kreative Seite lebt sie beim Kochen und Fotografieren aus und bringt sich zudem Designthemen bei.

Anzeige