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Kreation des Tages
Spec-Spot macht die Hijab-Trägerin zum Boss

In diesem 60-Sekünder des Ludwigsburger Werbefilm-Studenten Sinan Sevinç schafft es eine junge Muslima mit Hijab und Hosenanzug bis in die Chefetage. Die Reaktionen auf den Spot scheinen vorhersehbar.

Text: W&V Redaktion

27. Januar 2020

Es scheint fast unvermeidlich: Auch dieser Film dürfte für jede Menge Diskussionen sorgen.
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Wenn man bedenkt, dass sich Katjes vor zwei Jahren einen Shitstorm eingefangen hat, nur weil eine Frau mit Kopftuch Fruchtgummis genascht hat, mag man sich die Reaktionen auf diesen Spot gar nicht ausmalen.

Bei dem 60-Sekünder "Being Boss" handelt es sich um einen Spec-Spot - also um keine reale Auftragsarbeit. Gedreht hat ihn Sinan Sevinç: Der 25-jährige geborene Tübinger studiert an der Filmakademie Baden-Württemberg Werbefilmregie. In dem Film wird die Modemarke Hugo Boss beworben.

Der Hintergrund: Im vergangenen Jahr haben sich die Ludwigsburger Studenten mit der Frage auseinandergesetzt: Was bedeutet es überhaupt, Chef zu sein? Und: Wie sieht ein Boss heutzutage eigentlich aus? Ein wichtiges Stichwort ist: Diversität.

Der Spot zeichnet den erfolgreichen (Berufs-)Weg einer jungen Muslima, die es bis in die Chefetage schafft. Sie trägt Hijab und Hosenanzug und verkörpert auch sonst jede Menge (vermeintlicher) Gegensätze. Der Regisseur will mit den gängigen Klischees aufräumen. Entsprechend dem Leitsatz: "Be the Boss You Want to Be."

Regie: Sinan Sevinç - Produktion: Ben Turlach - Kamera: Christopher Behrmann

Der Spot dürfte wohl für einige Aufregung sorgen. Doch: Die Argumente in der Kopftuchdebatte sind hinlänglich bekannt. Abgesehen davon, dass sich die Debatte seit Jahrzehnten im Kreis dreht und seltsam fruchtlos und unergiebig erscheint, muss man auch ganz klar eins nüchtern anerkennen: Jeder darf anziehen, was er will. Zumindest hierzulande.

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