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Rettungsaktion
Stagwell investiert 100 Millionen Dollar in MDC Partners

Stagwell-Gründer Mark Penn wird neuer CEO des kriselnden Agenturnetzwerks. Er will nun die Schuldenquote senken.

Text: W&V Redaktion

18. März 2019

Werbeveteran Mark Penn will MDC wieder auf die Erfolgsspur bringen.
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Er will es noch einmal wissen: Der amerikanische Madison-Avenue-Veteran Mark Penn steckt mit seiner Marketing-Investmentgruppe The Stagwell Group 100 Millionen Dollar in das kriselnde Agenturnetzwerk MDC Partners. Damit wird Stagwell größter MDC-Aktionär mit einem Anteil von knapp unter 30 Prozent.

Mark Penn übernimmt zudem die Position des CEOs der Werbeholding. Außerdem ist er künftig Mitglied des Board of Directors. Es ist eine Herkulesaufgabe, die sich der 65-jährige Werbeveteran damit aufgeladen hat. Denn MDC sitzt auf einem Schuldenberg von über einer Milliarde Dollar.

"Ich bewundere MDC schon seit längerer Zeit und glaube voll und ganz an die Mission des Netzwerks", erklärt Penn in einer Unternehmensmitteilung. "MDC verfügt über herausragende kreative und strategische Talente."

"Außergewöhnlich, aber unterbewertet"

Zum MDC-Netzwerk gehören namhafte Agenturen wie 72andSunny, Crispin Porter Bogusky, Anomaly und der schwedische Dienstleister Forsman & Bodenfors. Sie seien "außergewöhnliche, aber unterbewertete Aktivposten", so Penn, die eine neue Führung bräuchten und einen Plan. Den will er bereits im nächsten Quartal vorstellen.

Eine der vordringlichsten Aufgaben wird es allerdings sein, den Schuldenberg abzubauen. "Ich schaue mir die Schuldenquote an und sage: Es ist nun mein Job, sie weiter zu senken", erklärt Penn. Die 100-Millionen-Investition von Stegwell sei schon mal ein erster Schritt.

Offiziell bestätigt hat MDC inzwischen auch den Verkauf der Beratungsfirma Kingsdale mit Sitz in Toronto und New York. Sie sei für MDC "nicht von strategischer Bedeutung".

Meinungsforscher, Agenturchef, Politikberater

Mark Penn, der erst 2015 die Stagwell Group gegründet hatte, gehörte schon in den 70er-Jahren zum Gründungsteam des Meinungsforschungs- und Consulting-Unternehmens Penn Schoen Berland (PSB), das 2001 an WPP verkauft wurde. Bei WPP übernahm Penn zusätzlich den CEO-Posten bei Burson-Marsteller.

2012 wechselte Penn als Corporate Vice President for Strategic and Special Projects zur Microsoft Corporation. Einen Namen machte er sich auch als Kampagnen- und Politikberater, unter anderem in den 90er-Jahren für den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton und 2005 für die "Forward not Back"-Kampagne des damaligen britischen Premierministers Tony Blair.

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