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The&Partnership London
Top-5-Ranking der attraktivsten Mitarbeiterinnen sorgt für Aufsehen

Eine Abschieds-E-Mail eines The&Partnership-Mitarbeiters sorgt in Großbritannien für Diskussionen. In UK formiert sich eine Initiative gegen sexuelle Belästigung - timeTo.

Text: W&V Redaktion

15. März 2018

The&Partnership- CEO Sarah Golding steht dem britischen Verband IPA vor.
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In Großbritannien kocht die Sexismus-Diskussion in der Agenturbranche hoch. Die Londoner WPP-Agentur The&Partnership steht in der Kritik. Der Grund: Ein Mitarbeiter hatte in einer Abschieds-E-Mail unter anderem eine Top 5 der attraktivsten Mitarbeiterinnen aufgestellt – und intern verschickt. Laut dem Absender war das Ranking angeblich ein Scherz unter Kollegen, der nicht für die Öffentlichkeit gedacht war. Die Worte des Mannes landeten jedoch in sozialen Netzwerken - und sorgten für Entrüstung. Die Vermutung: Der Schreiber ist nicht der erste, der eine solche Nachricht verfasst hat. Dies sei eine "Tradition in einer Reihe von Londoner Top-Agenturen", schreibt etwa der Blog DietMadisonAve.

Die britische Kreative Nathalie Gordon beispielsweise fragt auf Twitter bei ihren Kolleginnen nach, welche Erfahrungen sie gemacht haben - und bekommt einige ernüchternde Antworten.

Die Londoner Agentur und ihr Ex-Angestellter haben sich inzwischen entschuldigt - und ihre Worte unter anderem auf Twitter veröffentlicht.

The&Partnership will zukünftig solche Mitteilungen nicht mehr tolerieren, schreibt der Dienstleister, deren CEO eine Frau ist: Sarah Golding. Sie steht gleichzeitig dem britischen Verband IPA vor. In ihrer Rede zu Jahresbeginn sprach sie unter anderem den Fall Weinstein und seine Folgen für die Gleichstellung der Geschlechter an.

Wenige Tage nach dem Vorfall verkündet der IPA, er unterstütze die neue britische Initiative gegen sexuellen Belästigung, timeTo. Die Verbände Advertising Association, NABS und WACL wollen das Problem in der britischen Werbeindustrie angehen. Die Initiatoren sehen timeTo als logische Folge der #MeToo- und #TimesUp-Bewegungen. Mittlerweile gibt es eine Online-Umfrage zum Thema, dort können Frauen und Männer von ihren Erfahrungen berichten. 

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