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Agenturen und Haltung
Warum Earnesto nicht für die AfD arbeiten will

Die AfD hatte bei Earnesto in Düsseldorf angefragt, ob die Agentur für die Partei arbeiten wolle. Die Social-Media-Agentur reagierte prompt und machte ihr Antwortschreiben öffentlich. Das schlug Wellen.

Text: W&V Redaktion

23. Dezember 2020

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Die Düsseldorfer Agentur macht in ihrem Schreiben klar, dass sie es ablehne, für die AfD zu arbeiten. Zur Begründung heißt es, Earnesto stehe für eine diverse und freie Weltanschauung: "Wir lieben und leben fremde Kulturen, weil sie unser eigenes Dasein bereichern. Wir sind überzeugt von Wissenschaft und überlassen unsere Wahrheitsfindung nicht der Emotion." Das "ewig gestrige Festhalten" an vermeintlichen Wahrheiten der Vergangenheit lehne man ab.

"Sie merken, wir passen nicht zusammen", fährt die Agentur in ihrem Schreiben fort und kündigt gleichzeitig eine 1000-Euro-Spende an die gemeinnützige Organisation "Über den Tellerrand" an, die sich für grenzüberschreitende Begegnungen einsetzt.

Klems: "Jeder Mensch hat eine Verantwortung für die Gesellschaft, in der er lebt"

Die Reaktion von Earnesto auf die AfD-Anfrage hat in den Social-Media-Kanälen hohe Wellen geschlagen. Allein auf LinkedIn erreichte der Beitrag organisch beinahe 800.000 Kontakte, kam auf mehr als 18.000 Likes und 1200 Kommentare.

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"In unserem Posting wird die AfD nicht denunziert", kommentierte Agenturchef Johst Klems den Post ein paar Tage später. "Wir haben unsere Realität beschrieben, die nicht zu dem Bild passt, welches die AfD in unseren Köpfen in der Vergangenheit erzeugt hat. Nicht mehr, nicht weniger." Seine innere Stimme für Geld zu belügen, käme für ihn nicht infrage. "Ich bin Unternehmer und kein Politiker. Und dennoch hat jeder Mensch eine Verantwortung für die Gesellschaft, in der er lebt."

Earnesto-Geschäftsleitung: Johst Klems (Gründer), Romy Tillack und David Hoberg (v.l.)


Autor: Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.

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