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Bewegtbild
Wie Produzenten künftig den Einkauf bändigen wollen

Der Werberverband GWA und die Produzentenallianz führen mit SCoPE ein neues Angebotsformat ein. Es soll die ewigen Diskussionen um die Margen beenden, Kunden aber trotzdem Vorteile bieten.

Text: W&V Redaktion

15. September 2020

Myriam Zschage von der Produzentenalllianz
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Schluss mit dem Gefeilsche. Die Produzentenallianz, sprich: die Mitglieder der Sektion Werbung, sowie der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA führen am 1. Oktober das neue Angebotsformat SCoPE ein. Damit wollen beide Seiten den Einkauf beim Suchen nach Einsparpotenzialen ausbremsen, aber trotzdem transparent und fair bleiben. Es gehe, so die Produzentenallianz, um ein effizientes Preis-Leistungs-Gefüge.

SCoPe, das steht für "Simplified and Comparable Production Estimate". Es löst im Verband die Auflistung von Einzelpreisen ab. Die Leistungen, die für einen Werbefilm nötig sind, führt SCoPE für den Auftraggeber in einem Angebot zusammen, das immer gleich strukturiert ist.

Das Markup entfällt

Kunden, so der Wunsch, könnten die verschiedenen Angebote der Produzenten so inhaltlich viel einfacher vergleichen. Das so genannte Markup, also die Summe aus Handlungskosten und Gewinn, wird demnach in Zukunft nicht mehr ausgewiesen. Sie ist eine betriebswirtschaftliche Größe, über die die Produzenten offenbar nicht mehr debattieren wollen.

Tony Petersen, Vorstandsmitglied im Verband der Werbefilmproduzenten.

Stattdessen rückt nun, so die Hoffnung, das gesamte Leistungspaket und dessen Preis ins Zentrum der  Einkaufsverhandlungen. Der Fokus liegt wieder stärker auf dem inhaltlichen Aspekt des Bewegtbildauftrags.

Tony Petersen, stellvertretender Vorstandssprecher der Sektion Werbung der Produzentenallianz, hält die Einführung von SCoPE für die richtige Entscheidung, die nicht nur den Produzenten Vorteile biete. Denn: "Aufträge in der Werbefilmbranche basieren auf Werkverträgen. Das bedeutet, dass das Erfüllungsrisiko stets auf Seiten der Produzenten liegt."

Eine Initiative für alle

Das Tool setze genau daran an. Kunden erhalten den Leistungsumfang darüber hinaus ausgesprochen detailliert und zwischen den Wettbewerbern optimal vergleichbar präsentiert

Florian Panier, Sprecher GWA Forum Creative Services

Jetzt hoffen alle, dass die Initiative des GWA und der Produzentenallianz im Markt Nachahmer findet. "Wir sind überzeugt, dass SCoPE einen positiven Effekt auf die Qualität von Werbefilmproduktionen haben wird. Deswegen ermutigen wir alle, künftig dieses Tool zu nutzen", sagt Projektleiterin Myriam Zschage. Denn die Kombination aus automatisierter Leistungsbeschreibung und einer Zusammenfassung des GWA-Kostenvoranschlags, so Florian Panier, Sprecher des Forums Creative Services des GWA, steigere Transparenz und Vergleichbarkeit.

Damit der Übergang zu SCoPE reibungslos verläuft, hat der GWA mit der Produzentenallianz für seine Mitglieder bis zum Ende des Jahres vereinbart, dass im Einzelfall weiterhin ein detaillierter Breakdown angefordert werden kann.


Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.

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