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Diskussion um TV-Spot
"Zu drastisch": Menstruations-Spot verschreckt TV-Sender

Ein TV-Spot des Periodenunterwäsche-Herstellers Thinx sorgt in den USA für Diskussionen. Mehrere TV-Sender wollen den Spot oder Sequenzen daraus nicht ausstrahlen.

Text: W&V Redaktion

14. Oktober 2019

Der Spot ist "zu drastisch" für etliche US-Fernsehsender.
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Die erste nationale Werbekampagne des New Yorker Herstellers von Damenhygieneprodukten Thinx hat gleich für erhebliche Kontroversen gesorgt. Mehrere Fernsehsender weigern sich, den Spot oder zumindest einige Sequenzen daraus auszustrahlen.

Die Kampagne mit dem Titel "MENstruation" stellt die Frage, ob "wir gelassener mit dem Thema Menstruation umgehen würden, wenn wir alle unsere Tage hätten". So zeigt der Spot, kreiert von BBDO New York, ausschließlich Männer, die ihre Periode haben.

Er beginnt mit einem gequält dreinschauenden Teenager, der seinem Vater sagt, dass er gerade seine erste Periode habe. Es folgt eine Szene, in der sich ein Mann im Bett umdreht, wodurch ein Blutfleck auf dem Laken sichtbar wird. In einer weiteren Sequenz geht ein Mann durch einen Umkleideraum. Dabei hängt ein Tampon-Ausziehfaden aus seiner Unterwäsche.

"Zu drastisch", urteilte das TV-Network CBS und verbannte zunächst einmal den Spot. Um überhaupt für eine Ausstrahlung in den nationalen TV-Programmen infrage zu kommen, ließ Thinx die Szene mit dem Blutfleck – ein Tabu im amerikanischen Fernsehen – gleich ganz hinausschneiden.

Weitere Schnitte erforderlich

Discovery Network mit den Sendern HGTV und Food Network verlangte zusätzlich eine Verson ohne die Szene mit dem Tampon-Ausziehfaden, ebenso wie die Kabelkanäle We TV und Lifetime. Disney zeigt den Spot zwar nicht in seinem Network-Programm ABC, dafür aber in seinem Freeform-Sender – allerdings ebenfalls ohne die Ausziehfaden-Szene.

Gezeigt werden 15- und 30-Sekunden-Versionen des Spots, inklusive der strittigen Szene, dagegen unter anderem in den Programmen Bravo, E!, Oxygen, Bet, MTV, VH1 und TLC. Hier die komplette 90-Sekunden-Version:

Nach ersten Medienberichten über den TV-Bann, etwa in der New York Post und im Branchendienst Adweek, ruderte CBS zurück und erklärte, dass man die Angelegenheit nochmals überprüfen wolle. Und wenig später, dass man ihn nun doch akzeptieren werde.

Maria Molland, CEO von Thinx, sagte gegenüber der New York Post, dass sie nicht erwartet hätte, dass die Szene mit dem Ausziehfaden Probleme bereiten würde. Andererseits hätte es sie aber auch nicht überrascht.

"Dies sind tief verwurzelte soziale Stigmata", so Molland. "Deshalb ist es nachvollziehbar, dass einige Fernsehsender davor zurückschrecken, einen Spot zu zeigen, der mutig über alltägliche Erfahrungen spricht, die jede Frau allzu gut kennt."

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