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Auswahlprozess
Zweite Stufe im Pitch um Mediaetat von Kraft Heinz

Neben Etathalter Starcom sind noch drei weitere Network-Agenturen im Rennen. Der Konzern will die Spendings deutlich erhöhen und die Werbedollars in Richtung der Flaggschiffmarken umleiten.

Text: W&V Redaktion

22. Juni 2020

Während der Coronakrise ist die Nachfrage nach Kraft-Heinz-Marken gestiegen.
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Die Shortlist steht: Beim Pitch um den globalen Mediaetat des US-Lebensmittelkonzerns Kraft Heinz sind noch vier Dienstleister im Rennen. Dabei handelt es sich neben Etathalter Starcom von der Publicis Groupe um die Agenturen Carat aus dem Dentsu Aegis Network, um Omnicoms PHD sowie um MediaCom von WPP, wie der Branchendienst Campaign berichtet. Offiziell äußern sich weder das Unternehmen noch die Agenturen zum weiteren Verlauf des Wettbewerbs, der offensichtlich trotz der Coronakrise planmäßig fortgeführt wird.

"Unser Vertrag mit Starcom Worldwide läuft in diesem Jahr aus", hieß es lediglich in einer Mitteilung des Konzerns zu Beginn des Wettbewerbs im März dieses Jahres. "Deshalb lotet Kraft Heinz für die globale Mediaplanung und den Mediaeinkauf neue Möglichkeiten aus." Mit diesem Schritt solle sichergestellt werden, dass das Unternehmen "für das Jahr 2021 und darüber hinaus erfolgreich aufgestellt" sei.

Betreut wird der Auswahlprozess vom Pitchberater Mediasense mit Hauptsitz in London. Das Volumen des Etats wird auf 500 bis 600 Millionen Dollar geschätzt. Davon entfällt der weitaus größte Teil auf den US-Markt, der Anteil der Spendings in der EMEA-Region dürfte lediglich bei etwas über zehn Prozent liegen.

Wie andere Unternehmen im Segment der Verbrauchsgüter ist auch Kraft Heinz mit Marken wie Kraft und Philadelphia oder Heinz Ketchup bislang relativ unbeschadet durch die Pandemie gekommen und meldete sogar eine gestiegene Nachfrage, da viele Konsumenten in den vergangenen Monaten zu Hause blieben und mehr Lebensmittel einkauften.

Im Februar hatte Kraft-Heinz-CEO Miguel Patricio erklärt, dass der Konzern in diesem Jahr die Zahl seiner Kreativ- und Design-Agenturen von 36 auf 19 reduzieren wolle. Gleichzeitig kündigte er an, dass die Media-Spendings um 30 Prozent erhöht werden sollen. "2020 werden wir unsere Werbedollars überproportional in Richtung unserer Flaggschiff-Marken umleiten", so der Konzernchef.


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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