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E-Commerce
Amazon stellt den Dash-Button ein

Per Klick auf einen Plastikknopf mit Markenlogo vorne drauf bestellen - das ist so künftig bei Amazon nicht mehr möglich.

Text: Anonymous User

1. März 2019

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2016 hat Amazon seinen Bestellknopf "Dash Button" in Deutschland auf den Markt gebracht hat, jetzt stellt der Online-Händler ihn wieder ein - zumindest in physischer Form. Der US-Konzern will sich künftig auf digitale Alternativen wie virtuelle Dash-Buttons konzentrieren, die man sich auf der Amazon-Website oder in der App einrichten kann. Dass in Deutschland das Oberlandesgericht München den Dash-Button jüngst für unzulässig erklärte, habe mit der Entscheidung nichts zu tun, betont das Unternehmen. Es seien eher die Kunden, die vermehrt andere Angebote wie den Dash Replenishment Service zum Nachbestellen nutzen würden.

Amazon hatte im Januar in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht München einen Rechtsstreit mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen um die Knöpfe verloren. Die Richter entschieden, dass Amazon gegen Gesetze zum Online-Handel verstoße, weil beim Einkauf klare Informationen zu Inhalt, Preis und der Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung fehlten. Die Buttons, die an eine Türklingel erinnern, haben nur das Logo des Anbieters eines Produkts und den Knopf, der eine Bestellung auslöst.

Noch in der Nacht zum Freitag verschwanden die Knöpfe aus dem Amazon-Sortiment. Sie waren weltweit in sieben Ländern im Angebot: USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Italien, Spanien und Frankreich. "Der amerikanische Markt für den Dash-Button ist ungleich größer als der deutsche", so Amazon-Manager Tim Freystedt. In den USA hatte Amazon die Knöpfe im Frühjahr 2015 eingeführt. Ihre Batterie soll nach damaligen Angaben fünf bis zehn Jahre halten - wer einen solchen Knopf hat, dürfte ihn also noch einige Zeit benutzen können.

Den juristischen Streit um die Knöpfe will Amazon trotz des Verkaufsstopps durchfechten. "Wir werden nach wie vor gegen die Entscheidung des OLG Rechtsmittel einlegen, weil wir sie für innovationsfeindlich und falsch halten", sagte Freystedt. Das positive Feedback der Kunden bestärke Amazon darin. Die Knöpfe wurden bis zuletzt in Deutschland weiter angeboten.

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