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Ende März ist Schluss
Burda beendet Zusammenarbeit mit Huff Post

Nach fünf Jahren schaltet Burda Forward die deutsche Ausgabe der Huff Post Ende März ab.  

Text: W&V Redaktion

11. Januar 2019

Trotz prominenter Autoren und Gäste wie hier EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager - die Huff Post wird eingestellt.
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Ende März stellt BurdaForward die deutsche Ausgabe der Huff Post ein. So wie es klingt, hat sich BurdaForward gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem Lizenzgebern entschieden - einvernehmlich, wie es aus dem Hause Burda heißt. 

Das journalistische Angebot war 2013 mit einigem Aufsehen gestartet. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Gründerin Arianna Huffington die Site zu einem beachtlichen Online-Medienunternehmen geformt.

Jetzt ist am 31. März Schluss. Betroffen sind 13 Mitarbeiter. Burda hatte die Redaktion erst vergangenen Herbst nach Berlin verlegt. Die Mitarbeiter sollen Jobangebote bei anderen Objekten von BurdaForward in Berlin erhalten oder wieder nach München ziehen können.

Erst im Oktober hatte die Huff Post bekannt gegeben, dass die Redaktion komplett nach Berlin ziehen soll. Das Büro in der Hauptstadt wurde im März 2017 als zusätzliches Büro eröffnet. Seinerzeit zählte das Redaktionsteam in München noch 21 Mitarbeiter.

Das Konstrukt

"Die deutsche Huff Post hat gezeigt, dass man innerhalb kürzester Zeit ein neues Nachrichtenangebot in die Top-10 führen kann. Wir sind sehr stolz auf die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren. Wir danken dem gesamten Team für das große Engagement und die Leidenschaft", erklärt Tanja zu Waldeck, Mitglied des BurdaForward Executive-Boards und Geschäftsführerin der Huffpost Deutschland.

So ganz klar sind die Gründe nicht. Nur eines ist offenbar: Die Partnerschaft passt nicht mehr. Die Personen, mit denen Burda 2012 eine Zusammenarbeit vereinbart hatte, haben die Huff Post verlassen.

Mitte 2016, im Jahr nach der Übernahme des Mutterunternehmens AOL durch Verizon, verließ Arianna Huffington ihr Unternehmen. Huff-Post-CEO Jimmy Maymann gab seinen Job bei AOL als Chef der Consumerbrands Anfang 2017 ab. Er hatte den Deal mit Burda maßgeblich verhandelt. 

Seit die Gründerin weg ist, läuft es nicht mehr rund

Wie die AOL-Verantwortlichen heute denken, ist nach außen nicht ersichtlich. Arianna Huffington hatte ihre Site einst als wichtige linksliberale Plattform groß gemacht und zu beachtlichen Erfolgen geführt. Nicht nur Burda, sondern auch Axel Springer und Spiegel Online hatten sich 2012 um die deutsche Lizenz bemüht.

Arianna Huffington galt jedoch früh als Vertraute des Verleger Hubert Burda, sie war im Vorfeld der Zusammenarbeit und danach häufig Gast auf Burdas DLD Konferenz. Im Oktober 2013 ging die deutsche Huff Post an den Start. 

Ohne die charismatische Gründerin verblasst die Strahlkraft der Marke in den USA. Selbst die liberale Ausrichtung wird Gerüchten zufolge diskutiert (noch ist sie zu sehen). Dass es bei Verizon nach den Übernahmen unter anderem von AOL und Yahoo grundsätzlich rumpelt, ist bekannt. Aus der gemeinsamen Dachmarke der Portale, Oath, wurde zum Jahreswechsel die Verizon Media Group.

Wo es hierzulande hakte

Journalistisch hat die Huffpo allerdings auch in Deutschland nicht die Höhen der etablierten Marken dauerhaft erreicht. Daran konnten auch viele prominente Gastautoren und TV-Journalist Cherno Jobatey als Editorial Director wenig ändern. An den Zahlen hat es laut BurdaForward nicht gelegen. Die Huff Post sei profitabel gewesen.

Auch die Entwicklung der Reichweiten war zuletzt positiv. Im Dezember 2018 kam die Site laut AGOF auf 8,2 Millionen Unique User. In den beiden Vorjahren lag der Wert bei 6,1 Millionen und 2015 bei 5,3 Millionen. Als Zahl der Kontakte meldete die AGOF 28,8 Millionen, diese lag 2016 mit 31,7 Millionen schon einmal höher.

Zur Einordnung: Für die BurdaForward-Schwester Focus Online meldete die AGOF für den Dezember 21 Millionen Unique User und 420 Millionen Kontakte. 

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