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Interview mit Marc Süß
Chatbot statt Agentur: Wie Content Marketing automatisiert werden soll

Content Marketing gibt es nicht zum Nulltarif, aber nicht jeder Marketingchef kann sich Spezialisten leisten. Das Hamburger Startup Sigmund Talks will den Prozess automatisieren. Wie das? Ein Interview mit Gründer Marc Süß.

Text: W&V Redaktion

4. Juli 2018

Marc Süß (l.) und Michael Schmitt sind die Gründer von Sigmund Talks.
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"Contentshift" heißt ein Accelerator-Projekt des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Gesucht wird das "Content-Startup des Jahres".  Es soll mit Expertenhilfe, Branchen-Kontakten, Medialeistung und 10.000 Euro Preisgeld unterstützt werden. In der engeren Wahl stehen dieses Jahr fünf Gründungen aus Deutschland, Rumänien und Lettland. Unterihnen ist Sigmund Talks aus Hamburg. Die Firma arbeitet an einer KI-Lösung für Marketer, die Content-Agenturen und Berater ersetzen könnte. W&V hat mit Co-Gründer Marc Süß über die Idee des digitalen Content-Beraters gesprochen.

Marc, ihr seid als "Content Startup des Jahres" nominiert. Was genau ist für dich ein "Content-Startup"?

Stimmt, wir nehmen am Accelerator Contentshift der Börsenvereinsgruppe teil. Als eines der "Content-Startups" möchten wir Marken und Menschen dazu befähigen, ihre Geschichten in digitalen Raum erfolgreich zu erzählen.

Wie genau funktioniert das bei euch und was hat Sigmund Freud damit zu tun?

Wir glauben an Content Marketing und wollen vor allem KMUs und Solopreneure dabei unterstützen. Für sie ist ist der mehrstufige Content-Marketing-Prozess oft schwer zu beherrschen, weil das Budget für kostenintensive Berater oder Agenturen fehlt. "Sigmund Talks" ist der intelligente Assistent fürs Content Marketing. Als Chatbot mit eigener Augmented Intelligence begleitet er Nutzer durch den gesamten Content Marketing Prozess – von der Strategie, Briefing und Strukturierung bis zum Veröffentlichen und Analysieren des Contents. Ähnlich zu seinem Namensvetter ist Sigmund sozusagen der "Gesprächstherapeut" fürs Content Marketing.

Kannst Du das an einem konkreten Beispiel erklären?

Stell Dir ein kleines Marketing-Team innerhalb eines Unternehmens vor, das auf Content Marketing setzt, weil es Inhalte veröffentlichen und so Know-how zeigen und Vertrauen der Kunden gewinnen möchte. Dieses Team steht vor der Herausforderung, dass Content Marketing einerseits eine langfristige Strategie und andererseits ein vielstufiger Prozess ist. Das beginnt bei der passenden Strategie: Welche Ziele verfolge ich, welche Zielgruppen adressiere ich, welche Themen und Inhalte passen zu meiner Marke, auf welchen Kanälen veröffentliche ich, etc. Für diese Strategie werden heute meist Berater oder Agenturen geholt. Wenn die Strategie und der "Redaktionsplan" stehen, gilt es, regelmäßig hochwertige Inhalte zu produzieren. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass Content Marketing Inhalte wie z.B. Blogartikel bestimmten "Regeln" und Anforderungen unterliegen um sowohl technisch als auch strukturell und inhaltlich zu performen. Das zu lernen ist für ein Marketingteam zeitaufwendig – oder bei Beauftragung eines Texters kostenintensiv.

Darum setzt ihr auf einen Bot?

Ja, denn Sigmund Talks löst diese Probleme. Als Chatbot ist er jederzeit zur Stelle, um Inhalte zu produzieren. Wir haben das Chat-Interface als Oberfläche gewählt, weil sie intuitiv und einfach zu bedienen ist. So führt Sigmund die Nutzer schrittweise durch den Content-Marketing-Prozess: vom Briefing über das Strukturieren der Inhalte bis hin zum teil-automatisierten Erstellen der Inhalte. Dafür haben wir einen eigenen Editor und eine Artikelverwaltung entwickelt. Sigmund Talks ermöglicht darüber hinaus auch kollaboratives Arbeiten an Inhalten und Redaktionsplänen. Damit kann das Team die Inhalte selbst erstellen, verwalten und ganz einfach aus Sigmund Talks heraus veröffentlichen – und kontrolliert damit den gesamten Content Marketing-Prozess.

Im Content-Geschäft ist die Distribution fast noch wichtiger als die Produktion. Was kann Sigmund da leisten? Postet er in Social Networks und weiß er, wie er seine Zielgruppe erreicht?

Ja, auch. Die heute verfügbaren Tools und Software-Lösungen sind meistens auf eine bestimmte Anwendung spezialisiert: Redaktionspläne verwalten, Distribution oder Auswertung von Inhalten. Sigmund Talks begleitet die User über den gesamten Prozess, angefangen mit der (teil-)automatisierten Content-Produktion.Nach dem Briefing und Eingaben der Nutzer erstellt er z.B. einen Blogartikel. Dieser kann natürlich vom Nutzer noch angepasst, umformuliert und formatiert werden – und dann direkt aus Sigmund Talks veröffentlicht werden, zum Beispiel auf den Corporate Blog oder in sozialen Netzwerke.

Woher weiß Sigmund, wie er welche Zielgruppe ansprechen muss?

Diese Inhalte werden im Gespräch mit Sigmund abgefragt. Bei der ersten Nutzung von Sigmund Talks durchläuft der Nutzer einen Onboarding Prozess. Dabei werden u.a. Ziele und Zielgruppen im Chat abgefragt und in der unternehmensindividuellen Strategie hinterlegt. Diese können dann in jedem Gespräch mit Sigmund gewählt werden. Das ist Teil unserer AI, der Augmented Intelligence. Augmented statt Artificial, da wir Nutzer befähigen und unterstützen wollen, statt sie zu ersetzen. Unter dieser Prämisse haben wir Sigmund auch als Assistenten angelegt. Er ermöglicht Marketern, Einzelunternehmern oder Content-Influencer vielfältigere Inhalte zu erstellen - in der Hälfte der Zeit.

Mit welchen Kunden arbeitet ihr schon zusammen?

Wir haben bereits heute für unsere Beta-Version eine ganze Reihe von Bloggern und Nutzern aus Industrie und Marketing als Kunden. Bis Ende des Jahres werden wir dann unsere erste öffentliche Version des Produktes launchen.

Auf der Website von Sigmund Talks gibt es weitere Informationen und FAQs

Mehr zum Thema Customer Centricity finden Sie auf unserer Hubseite

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