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Snapchat
Das war die kürzeste Hauptversammlung aller Zeiten

Snap kann sich das offenbar leisten, nur Minuten in eine Hauptversammlung zu investieren. Fragen sind gar nicht erst zugelassen.

Text: W&V Redaktion

6. August 2018

Ällerbätsch, keine Fragen bei der Hauptversammlung von Snap.
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Evan Spiegel braucht sich offensichtlich nur um wenig scheren, und besonders wenig um Aktionäre. Denn der Gründer und Chef des Social Media-Dienstes Snapchat hält gemeinsam mit seinem Mitgründer 94 Prozent der Stimmanteile an Snap. Da sind die Stimmen der Anleger wohl doch eher unwichtig. Und Hauptversammlungen auch. Nach genau zwei Minuten und 46 Sekunden hat Spiegel seine jährliche Hauptversammlung abgeschlossen, wie das "Handelsblatt" berichtet. Fragen und Antworten waren nicht vorgesehen in der Veranstaltung, die nicht live vor Anlegern und Journalisten, sondern ohnehin nur im Stream abgehalten wurde.

Spiegel ging mit der Vorgehensweise perfekt unangenehmen Fragen aus dem Weg, denn seit dem Börsengang ist der Kurs deutlich rückläufig und die Konkurrenz wie Instagram und Facebook sehr viel aggressiver.

Um die Gunst der Nutzer jedenfalls ist Snapchat allerdings offensiver bemüht als um die, die Geld in das Unternehmen investiert haben. Erst im Mai, als Facebook im Datenskandal strauchelte, launchte Snap seine erste TV-Kampagne der Firmengeschichte:

Weniger öffentlich hingegen wird Spiegels Einkommen behandelt. Anfang des Jahres taxierte man die Einnahmen des Gründers durch den Börsengang auf 637,8 Millionen Dollar. Runtergerechnet auf 2 Minuten 46 Sekunden dürfte das einen beträchtlichen Stundenlohn ergeben. Was Spiegel dafür getan hat? Ein paar Personalien deklariert (u.a. Poppy Thorpe als neue Brand Marketing-Chefin) und ein Make-up-Startup vorgestellt.

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