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Umsatz und Gewinn
EU-Milliardenstrafe drückt Gewinn von Google-Mutter Alphabet

Selbst die höchste je EU-Wettbewerbsbuße kann Google nicht aus der Bahn werfen. Der Mutterkonzern Alphabet verdient dank sprudelnder Werbeeinnahmen trotzdem Milliarden.

Text: W&V Redaktion

24. Juli 2018

Google setzte im 2. Quartal dieses Jahres 28 Milliarden Dollar mit Werbung um.
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Zwar laufen die Geschäfte bei Googles Mutterhaus Alphabet dank boomender Werbeerlöse weiter glänzend. Doch die Rekordstrafe der EU-Kommission belastet den Quartalsgewinn. In den drei Monaten bis Ende Juni ging der Überschuss im Jahresvergleich um neun Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) zurück, wie der Internetriese nach US-Börsenschluss mitteilt.

Der Umsatz kletterte um gut ein Viertel auf 32,7 Milliarden Dollar. Das Werbegeschäft von Google, auf das der Großteil der Erlöse entfällt, legte um 24 Prozent auf rund 28 Milliarden Dollar zu.

Der restliche Umsatz der Tochter wuchs um über 36 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar. Alphabets sonstige Geschäfte wie der Roboterwagen-Entwickler Waymo verzeichneten starkes Wachstum, trugen mit 145 Millionen Dollar aber kaum nennenswert zu den Erlösen bei. Dafür nahm ihr Verlust von 633 Millionen auf 732 Millionen Dollar zu.

Wie schwer die Strafe wiegt

Ohne die gut fünf Milliarden Dollar (4,34 Mrd Euro) schwere EU-Strafe, die jüngst wegen angeblichem Missbrauch der Marktmacht beim Smartphone-System Android gegen den Konzern verhängt wurde, würde der Quartalsgewinn 8,3 Milliarden Dollar betragen.

Alphabet will die Strafe der EU-Kommission zwar anfechten, verbuchte die Belastung aber trotzdem bereits in der Bilanz. Im Vergleich mit dem Vorjahresergebnis fiel der Gewinnrückgang noch relativ moderat aus, denn damals hatte das Quartalsergebnis ebenfalls unter einer milliardenschweren Kartellstrafe der EU gelitten.

Die Markterwartungen von Alphabet wurden alles in allem trotz der hohen Sonderlast durch die Strafe deutlich übertroffen. Und mit einem Börsenwert von fast 840 Milliarden Dollar nimmt Alphabet Kurs auf die Billionen-Marke, wobei Apple - der weltweit wertvollste börsennotierte Konzern - es derzeit noch auf rund 100 Milliarden mehr bringt. Auch Online-Handelsriese Amazon hat mit gut 874 Milliarden Dollar eine noch etwas höhere Marktkapitalisierung.

W&V Online/dpa

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